Tolle Verkehrspolitik einer „Klimastadt“ – Bremerhavener SPD und CDU weiter auf dem Holzweg…

22. März 2019

Seestadtpresse Bremerhaven – In der „Klimastadt“ Bremerhaven wird die Verkehrspolitik weiterhin durch das Autofahren dominiert.

Beispiel Kennedybrücke: Für Autos ist bald alles nagelneu gemacht – Radfahrer müssen sich auf dem Fußweg mit den bevorrechtigten Fußgängern einigen…

Radfahrer können selbstverständlich regelkonform auf der Straße fahren und sich dort gegen die Verkehrsregeln von desinformierten Autofahrern ANHUPEN lassen!

Die Nordsee-Zeitung vom 22. März 2019 titelt:

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Die verkehrspolitische Dumpfbackigkeit der Bremerhavener CDU ist bekannt, aber unsere sozialdemokratischen  Schnarchnasen hätten vielleicht zwischendurch doch mal aufwachen können…


SPD möchte offensichtlich unter 10 Prozent kommen… Oder was?

22. März 2019

Geheime Dokumente: Barley geht gegen Umwelthilfe vor.

Sven Giegold
22. MÄRZ 2019 —
Liebe Unterstützerinnen & Unterstützer!
Die Tageszeitung hat aus geheimen Protokollen aufgedeckt: Katharina Barleys Justizministerium versucht die Deutsche Umwelthilfe im EU-Recht zu schwächen. Sie soll keine neuen Klagerechte bekommen. Bitte verbreitet den taz-artikel und werbt für unsere Petition!
Neue EU-Richtlinie: Bleibt die Umwelthilfe außen vor?

http://www.taz.de/Neue-EU-Richtlinie/!5579542/


Parteilichkeit der Nordsee-Zeitung? – Merkwürdiger Akzent…

13. Dezember 2016

Seestadtpresse Bremerhaven – Aufmerksame Leserinnen und Leser der Seestadtpresse berichten gelegentlich, was ihnen bei der täglichen Zeitungslektüre auffällt. Hier ein Beispiel: Am 7. Dezember 2016 berichtete buten un binnen am 7.12.16 über den Untersuchungsausschuss zum Sozialbetrug in Bremerhaven.

imageZu Wort kommt der Vorsitzende dieses Ausschusses, und der heißt Nelson Janßen von der Partei Die Linke.

Einen Tag später berichtet die Nordsee-Zeitung über die Angelegenheit, aber da kommt nicht der Vorsitzende zu Wort, sondern sein Stellvertreter. Der heißt Thomas vom Bruch und ist Mitglied der CDU.imageDagegen bezieht sich der Weser-Kurier vom 8. Dezember 2016 korrekt auf den Vorsitzenden des Ausschusses.

imageIn der taz Bremen am 9. Dezember 2012 dasselbe korrekte Bild:

imageWarum bezieht sich die Nordsee-Zeitung auf den CDU-Mann, obwohl er der stellvertretende Ausschussvorsitzende ist? Liegt es daran, dass der Vorsitzende der Partei Die Linke angehört?

Ganz gewiss, das sind Kleinigkeiten. Aber genau diese Kleinigkeiten setzen Akzente in der Berichterstattung und formen mit an unserem Bild der Politik und der besonders aktiven Politiker.

Nicht immer fallen solche klammheimlichen Akzentsetzungen auf.

Schade eigentlich, denn daraus ist eine Menge über Medien zu lernen.


Merkwürdige Beratertätigkeit von Jörg Schulz – Weser-Kurier berichtet ausführlich, Nordsee-Zeitung nicht…

9. Dezember 2016

Seestadtpress Bremerhaven – Der Bericht liegt schon ein wenig zurück, aber seitdem ist mir nichts Neues in die Finger gekommen. „Bekannte Berater“ lautete die Überschrift im WK. Berichtet wurde, dass Jörg Schulz und der frühere Senator Jens Eckhoff sich als Berater von Mediterraneo-Albrecht betätigen.

imageDie Irritation des Weser-Kurier ist nicht zu überhören, wenn er mitteilt, dass die Verhandlungen zum Verkauf des Haven Höövt in Vegesack für Albrechts AVW AG durch den „Bremer CDU-Politiker Jens Eckhoff und den Bremerhavener Anwalt Jörg Schulz“ geführt werden.

Weiter: „Eckhoff sieht keinen Konflikt darin, Vorsitzender des Bremer Haushalts- und Finanzausschusses einerseits zu sein und andererseits das AVW-Projekt zu begleiten.“

Letzter Absatz im Weser-Kurier vom 4. November 2016: „Am 27. März 2003 ist in Vegesack das Einkaufszentrum Haven Höövt eröffnet worden. Wenige Wochen später wurde Jens Eckhoff Bausenator in Bremen und blieb es bis 2006. 2008 hat die AVW AG dann in Bremerhaven das Mediterraneo eröffnet. Oberbürgermeister war zu dieser Zeit: Jörg Schulz.“

Wenn ich nichts übersehen habe, war in der Nordsee-Zeitung noch nichts über diese Merkwürdigkeit zu lesen.

Meine Frage: Ob solche geschäftlichen Verknüpfungen und Verwicklungen zu dem schlechten Ansehen von Politikern in der Öffentlichkeit beitragen können?

 

 


Verfälschte Ausbildungsstatistik in Bremen und ein sehenswerter verbaler Eiertanz von Senator Martin Günthner…

7. Dezember 2016

Seestadtpresse Bremerhaven – Wer den Beitrag von buten un binnen über die verfälschte Ausbildungsstatistik in Bremen verpasst hat, sollte unten noch einmal klicken.

Es gibt schon unglaubliche Dreistigkeiten in unseren Behörden und Ämtern!

Und der Senator setzt an Dreistigkeit noch einen drauf.

Martin Günthner als peinlicher verbaler Eiertänzer, der vom Moderator zwar vorsichtig bedrängelt wird, aber leider nicht die verdiente Klatsche bekommt…

Beitrag buten un binnen vom 7. Dezember 2016


Vergitterter Freilaufkanal am Weserdeich ärgert seit Monaten Einheimische und Touristen – Vorgeschobene Sicherheitsgründe…

5. Dezember 2016

Seestadtpresse Bremerhaven – Vor fast vier Monaten (!) berichtete die Nordsee-Zeitung unter der merkwürdigen Überschrift „Gefährlicher Weg übers Wasser“ über den abgesperrten Zugang zum Freilaufkanal am Weserdeich. Die Verantwortlichen wollten „bald“ beraten, wie der Steg wieder freigegeben werden könnte. Aber das Gitter steht – ohne irgendeinen Hinweis – bis heute am Weserdeich.

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Gebaut wurde diese Anlage vor rund 15 Jahren! In all diesen Jahren war der Steg frei zugänglich. Er wurde von Einheimischen und Touristen gerne genutzt, um die Nase noch ein wenig weiter in den Wind über der Weser zu halten.

Jetzt – also nach 15 Jahren – entdeckt die Hafengesellschaft Bremenports, dass sie die Öffentlichkeit ahnungslos in höchste Gefahr geschickt hatte.

„Wer hier ins Wasser fällt, setzt sich wegen der starken Strömung der Weser einem tödlichen Risiko aus“, stellte im August der Bremenports-Sprecher urplötzlich fest.

Was war geschehen?  Das muss man sich mal vorstelen: Jugendliche waren doch tatsächlich auf dem Geländer herum geklettert!

Es ist unglaublich, mit welcher Dickfelligkeit Behörden agieren dürfen, ohne dass ihnen einer in die Parade fährt.

Wenn solche Kaliber von „Sicherheitsbedenken“ ausreichen, dann müsste auch sämtlicher Schiffsverkehr auf dem Wasser sofort eingestellt werden.

Schließlich geht jeder ein „tödliches Risiko“ ein, wenn er ins Wasser fällt…


„Straßen sind für Autos da“ – Immer wieder die falsche Leitlinie der Verkehrspolitik…

12. Februar 2016

Seestadtpresse Bremerhaven – Am Beispiel der Kreisstraße zwischen Flögeln und Bad Bederkesa schildert die Nordsee-Zeitung am 11. Februar 2016 die Probleme der Radfahrer: „Radfahrer… werden von Autofahrern häufig mit viel zu hohem Tempo und zu wenig Abstand passiert. Kommt dann noch Gegenverkehr, wird die Situation gefährlich“, heißt es sehr richtig in der NZ.

Genau: Zu hohes Tempo und zu geringer Abstand. Das sind die Probleme.

Aber die naheliegende Schlussfolgerung wird nicht gezogen. Das wäre geringeres Tempo und Einhalten des gesetzlich vorgeschriebenen Abstands von mindestens anderthalb Metern.

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In der (hier übrigens gegenüber Radfahrern durchaus wohlwollenden) Berichterstattung der Nordsee-Zeitung steht aber eine andere Schlussfolgerung: „Seit Jahrzehnten wird dort deshalb ein Radweg gefordert.“

Das passt exakt zur immer noch weithin gültigen Leitlinie unserer Verkehrspolitik: „Straßen sind für Autos da“ – die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich ihre Räume suchen und flüchten am besten auf irgendwelche Seitenstreifen.

Solange diese falsche Leitlinie wirkt, kann unsere Verkehrspolitik nicht in eine zukunftsweisende Richtung gehen.

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In der Nordsee-Zeitung vom 12. Februar 2016 gibt es erneut einen Hinweis auf den gesetzlich geforderten Sicherheitsabstand von anderthalb Metern. Vielen Autofahrern ist das offensichtlich völlig unbekannt oder völlig einerlei…

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Ohne schnelle Integration der Flüchtlinge schaffen wir uns selbst die Probleme von morgen…

22. Januar 2016

Seestadtpresse Bremerhaven – Möglichst schnell in unseren gesellschaftlichen Alltag integrieren – so lautet die (große und richtige) Parole beim Umgang mit Flüchtlingen. Das gilt ganz besonders für Kinder, die sehr viel schneller lernen können als die Erwachsenen.

Aber was passiert auf diesem Feld tatsächlich? Jedenfalls viel zu wenig, und das selbstverständlich nicht nur in Bremerhaven, wie der Weser-Kurier vom 22. Januar 2016 illustriert:

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Ich habe daher eine Anfrage an den Pressesprecher des Magistrats gerichtet und bitte darum, nicht nur die im Folgenden dokumentierte Frage, sondern auch das als Antwort des Magistrats getarnte Ausweichmanöver genau zur Kenntnis zu nehmen.

Meine Anfrage vom 12. Januar 2016:

Lieber Helmut,

bei der Beantwortung einiger mir in die Quere gekommener Fragen an Teile des Magistrats bitte ich Dich hiermit um Unterstützung.

Also: Wie ich aus Flüchtlingsunterstützerkreisen höre, gibt es für Kinder der Flüchtlinge teilweise lange Wartezeiten, ehe sie in die jeweils vorgesehenen Einrichtungen Krippe, Kita und Schule aufgenommen werden können.

Besonders oft taucht die Klippe Gesundheitsamt auf, weil ein Gesundheitsattest als Voraussetzung für die Aufnahme in einer der Einrichtungen genannt wird. Mitarbeiter des Sozialamts haben mitgeteilt, dies könne bis zu sechs Monate (!!!) dauern.

Dies scheint mir angesichts der von allen Seiten immer wieder beschworenen Dringlichkeit einer möglichst schnellen Integration der Flüchtlinge viel zu lang zu sein.

Stimmt die Information? Und gibt es Anstrengungen des Magistrats, diese lange Wartezeit drastisch zu verkürzen? Wenn ja, welche?

Eine weitere Frage schließt sich an: Ich höre immer wieder, dass sich einzelne Unterstützer auf den Weg machen, um in einzelnen Einrichtungen nach freien Plätzen zu fragen. Gibt es da möglicherweise eine Koordinierungsstelle, die den Überblick hat und von der bisher nur noch niemand weiß?

Falls es diese Stelle noch nicht gibt: Ist es geplant, eine solche (meiner Ansicht nicht nur sinnvolle, sondern auch dringend notwendige) Einrichtung zu schaffen?

Für eine möglichst schnelle Auskunft wäre ich Dir dankbar.

Und die Antwort des Magistrats vom 21. Januar 2016:

„Alle Dienststellen des Magistrats beteiligen sich mit Hochdruck im Rahmen ihrer Zuständigkeiten an der Integration der Menschen, die als Flüchtlinge oder Zuwanderer aus den Mitgliedsstaaten der EU nach Bremerhaven zugezogen sind. Selbstverständlich sind wir bestrebt, Wartezeiten zu verkürzen und bauen unsere Personalkapazitäten entsprechend der Bedarfe aus. Insofern verweisen wir auf den Beschluss des Magistrats vom 13. Januar, mit dem die zusätzliche Bereitstellung von insgesamt mehr als 50 Vollzeitstellen für die besonders betroffenen Ämter gewährleistet wurde.

Wir bitten allerdings um Verständnis dafür, dass unsere Dienststellen Wartezeiten nicht grundsätzlich ausschließen können, insbesondere nicht angesichts der zum Ende des vergangenen Jahres nochmals deutlich angestiegenen Zuweisungszahlen.“

Ob solche nichtssagenden verbalen Eiertänze sehr hilfreich und für die große Helferschar ermutigend sind, wage ich zu bezweifeln.

P.S. In Bremerhaven kreiselt die Information herum, dass Flüchtlingskinder erst nach einer Untersuchung beim Gesundheitsamt in die Einrichtungen wie Schule und Kita aufgenommen werden können. Im Weser-Kurier vom 22.1.2016 heißt es dagegen, Voraussetzung sei „ein fester Wohnsitz und eine Anmeldung beim Einwohnermeldeamt“.

Ist also der Engpass beim Gesundheitsamt nur eine willkommene Ausrede?

Ich könnte den Magistrat fragen. Aber vermutlich käme die gleiche Antwort wie oben: Wir geben uns große Mühe, aber die Probleme sind groß…


„Mieter raus, Flüchtlinge rein“ – Empörend – oder?

18. Januar 2016

Seestadtpresse Bremerhaven – „Mieter raus, Flüchtlinge rein“ – so lautet der Aufmacher des Lokalteils im heutigen Weser-Kurier (18. Januar 2016). Darunter steht: „Eine Akademie und zehn Parteien müssen… einem Übergangswohnheim weichen“.

Der erste Gedanke beim Lesen: So weit musste es kommen: Normale Mieter werden vertrieben, weil Flüchtlinge massenhaft ins Land strömen.

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Wer aber den Text liest, findet einen ganz anderen Hintergrund: Die geschäftstüchtige Bremer Immobilienagentur Asset will mit Flüchtlingen höhere Gewinne machen als mit den normalen Mietern.

Aber warum steht nicht in der Überschrift: „Gierige Geschäftemacher vertreiben Mieter“?

Weil Geschäftemacherei mittlerweile bei uns zu etwas so Normalen gemacht worden ist, dass damit alles gerechtfertigt wird! Kann nicht jeder einen Vermieter verstehen, der die alte Oma vertreibt, um die Immobilie zu Luxuswohnungen zu machen? Das bringt halt mehr Geld in die Kasse… Ist doch normal, gelle?

Diese Sichtweise wird im Text sogar ausdrücklich erwähnt. „Wirtschaftlich kann ich den Vermieter verstehen“, erläutert einer der vertriebenen Mieter, „er wird mit Flüchtlingen eine deutlich höhere Rendite erzielen.“ Wen macht er verantwortlich? Die öffentliche Hand, weil sie „solche Anreize“ setzt „und die Eigentümer dann natürlich (!!!) entsprechend handeln“.

Was mich empört: Mit der Überschrift „Mieter raus, Flüchtlinge rein“ befördert der Weser-Kurier eine politisch immer weiter nach rechts kippende öffentliche Stimmung, die in der großen Not so vieler  Menschen nur noch eine „uns“ über Gebühr belastende „Flüchtlingskrise“ sehen will und die deshalb Maßnahmen gegen die „Flüchtlingsflut“ fordert und so weiter, und so weiter…

Wohlgemerkt: Der Text im Weser-Kurier ist in Ordnung. Dort wird erläutert, was geschehen ist und was geschehen soll. Aber die Überschrift gibt dem Ganzen einen Dreh, der die aktuelle politische Stimmungsmache gegen Flüchtlinge noch weiter anheizt.

Deshalb finde ich die Überschrift so empörend…

 


Plattdüütsche Geschicht to Wiehnachten…

17. Dezember 2015

Seestadtpresse Bremerhaven – Heute gibt es auf dieser Seite nach langen Wochen des Stillhaltens mal ganz neue Töne – eine kleine plattdeutsche Geschichte für die Weihnachtszeit…


Bremerhaven: Dämliches Spiel mit Tourismuszahlen – Eine lügenhafte Behauptung jagt die andere…

5. August 2015

Seestadtpresse Bremerhaven – Im heutigen Weser-Kurier (5. August 2015) wird der Bremerhavener Tourismus-Chef mit einer interessanten Bemerkung zitiert. Man dürfe nicht vergessen, stellt er fest, dass es bis vor einigen Jahren „in Bremerhaven praktisch keinen nennenswerten Tourismus gegeben hat.

Der Tourismus-Chef im O-Ton laut Weser-Kurier: „Bremerhaven ist inzwischen ein Schwergewicht auf der touristischen Landkarte.“

Beobachter der touristischen Szenerie kennen das: Immer wieder läuft auf der Bühne das dämliche Spiel mit den wundersamen Steigerungen der Tourismuszahlen, bei dem nur selten einmal jemand auf frühere Zahlen zurückblickt.

Zur Illustration: Für 1999 teilte der Bremer Senat (im Zentralen Finanzcontrolling 2005) für Bremerhaven die Zahl von 187.000 Übernachtungsgästen mit.

In einer Mitteilung des Bremerhavener Magistrats vom 27.9.2006 beispielsweise wird für 2003 die Zahl von 232.312 Übernachtungsgästen angegeben.

Für das Jahr 2014 meldet die Industrie- und Handelskammer in ihrem Statistischen Jahresbericht knapp 189.000 (Übernachtungs-)Gäste (hier als „Ankünfte“ bezeichnet).

Also über 15 Jahre von 187.000 über 232.00 auf 189.00: Wo ist da die Steigerung, wenn 1999 etwa genau so viel Übernachtungsgäste verbucht werden konnten wie 2014)?

Ich weiß, ich weiß, es wird immer wieder mal anders gezählt und gruppiert und mit „neuen Hochrechnungsmethoden“ (!) ausgewertet, und die Besucherzahlen in Bremerhaven haben sich schon allein durch dieses statistische Hin und Her teilweise gravierend verändert.

Ich erinnere beispielsweise daran, dass für das Jahr 1996 von einem bekannten Institut 2,9 Millionen Tagestouristen „ermittelt“ wurden.

Im Jahre 2003 meldete die BIS dann nur noch gut 1 Million Tagestouristen.

Mit diesen Zahlen ist immer wieder munter Politik gemacht worden; sie waren eine wichtige Grundlage für die millionenschweren Investitionen in die touristische Infrastruktur Bremerhavens.

Gleichwohl: „Die Zahl der Tagestouristen wird nicht statistisch erfasst“, stellt Julia Salden 2004 in ihrer Tourismus-Studie für die Arbeitnehmerkammer fest. Daher plappert offensichtlich jeder herum, wie er will.

Merke: Großsprecherei und Übertreibungen sind im Tourismusgeschäft offensichtlich nicht zu vermeiden. Die Grenze zum Unsinn sollte allerdings nicht allzu oft überschritten werden.

Anmerkung: Wer einmal kurz durchblättern möchte, was auf diesen Seiten in den vergangenen Monaten zum Bremerhavener Tourismus mitgeteilt wurde, kann >>>hier klicken.

 

 

 


Bremerhavener Sozialamt will Umgang mit Flüchtlingen und Ehrenamtlichen verbessern – Schöne Worte zum Miteinander allein reichen allerdings nicht aus…

29. Juli 2015

Seestadtpresse Bremerhaven – Neulich hörte ich jemanden sagen: „Klaus Rosche ist ein loyaler Eiertänzer.“ Vielleicht hat diese kritisch-liebevolle Einschätzung durchaus einen wahren Kern.

Den Anlass zu dieser Betrachtung liefert eine Pressemitteilung des Magistrats, die gestern (28. Juli 2015) unter dem Titel „Flüchtlingsbelange gemeinsam angehen – Sozialstadtrat Rosche lobt Engagement und ruft zu mehr Miteinander auf“ vom Magistrat verschickt wurde. Der Text kann >>>hier nachgelesen werden.

Wer den etwas verschwurbelt formulierten Text durchsieht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da auf irgendetwas reagiert wird. Aber was genau diese Pressemitteilung ausgelöst hat, bleibt unerwähnt. Da sehen manche den sympathischen Eiertänzer…

Zur Erinnerung: >>>Auf diesen Seiten wurde eine heftige Kritik an der Leiterin des Bremerhavener Sozialamts veröffentlicht, die sich in Oberbürokratenmanier zur ehrenamtlichen Betreuung von Flüchtlingen geäußert hatte. Daraus ergab sich für manchen Beobachter der Eindruck, als sei amtliches Bürokratengehabe deutlich wichtiger als das Engagement der Ehrenamtlichen und die wirksame Unterstützung der Flüchtlinge.

Diesen negativen Eindruck weist Klaus Rosche in seiner Pressemitteilung nun als ganz falsch zurück. Die Unterstützung und Begleitung der Flüchtlinge sei „mehr als lobenswert“, stellt er fest, und auch die Sozialamtsleiterin preist nun das „Engagement in breiten gesellschaftlichen Schichten“. Und weiter: „Dieser ehrenamtliche Einsatz für die Flüchtlinge auf einer breiten Front entlaste auch die anderen Helfer bei ihrer Arbeit.“

Deutliche Worte also über das freiwillige Engagement der Helferinnen und Helfer von Flüchtlingen und über die Haltung der Behörden.

Aber der Kernpunkt bleibt: Wie handeln unsere Behörden tatsächlich im Umgang mit Flüchtlingen und ihren Unterstützern?

Nicht auf dem Feld der schönen Worte ist das Entscheidende zu finden, sondern auf dem Feld des Handelns unserer Behörden.

Genau auf diesem Feld des Handelns haben große Teile der Behörden bisher versagt. Dafür gibt es auch in Bremerhaven – trotz mancher positiver Gegenbeispiele – zahlreiche negative Belege.

Wenn sich diese praktischen Umgangsformen jetzt tatsächlich ändern, ist manches gewonnen. Vielleicht hat dazu auch die spürbare Empörung der Ehrenamtlichen einen Beitrag geleistet…

Anmerkung: Dass diese Rosche-Pressemitteilung ohne Kenntnis der Hintergründe nicht so recht zu verstehen ist, zeigt sich auch daran, dass die Nordsee-Zeitung heute (29. Juli 2015) nicht darüber berichtet hat.

Die Redaktion müsste dann auch über den vorausgegangenen Protest berichten, aber das geht ja bekanntlich nicht so einfach…


Betreuung von Flüchtlingen: Wie die Leiterin des Bremerhavener Sozialamts mit Ehrenamtlichen umgeht…

26. Juli 2015

Seestadtpresse Bremerhaven – Der Umgang unserer Ämter mit Flüchtlingen ist bis heute durch die jahrelang praktizierte Abwehr- und Abschiebementalität geprägt.

Zweifellos ist in den vergangenen Jahren manches besser geworden, aber daran haben ehrenamtlich Engagierte einen großen Anteil. Ohne deren Engagement wäre nach meiner Einschätzung der hergebrachte Bürokraten-Schlendrian immer noch viel größer.

Ob das Bremerhavener Sozialamt diese Veränderungen in der deutschen Öffentlichkeit angemessen wahrgenommen hat, wird von manchen Beobachtern der Szenerie bezweifelt. Zur Illustration veröffentliche ich hier einen Briefwechsel.

Dieser Briefwechsel beginnt mit einem Appell ehrenamtlich Engagierter, noch mehr freiwillige Mitstreiter zu mobilisieren.

Es folgt eine knappe und sehr bürokratische Reaktion der Leiterin des hiesigen Sozialamts.

Den bisherigen Abschluss bildet meine zornige Antwort auf dieses bürokratische Schreiben.

Ich hoffe, dass damit das Ende des Liedes noch nicht erreicht ist.

(1) Appell der ehrenamtlich Engagierten (der Brief ist leicht gekürzt; Namen wurden weggelassen)

„Liebe Paten und Patinnen,
wir ersticken in Arbeit!!!
HILFE!!!
Die Flüchtlingsheime haben mir einen Notruf gesandt.
Rudloffstrasse und auch Rickmersstrasse kommen nicht mehr gegen ihre Arbeit an.
Wer dort aushelfen kann (Behördengänge, Begleitung zu Ärzten usw.) bitte schnell bei mir oder… melden.
Und bitte noch einmal bei mir melden, wer spontan Zeit hat.
Ich schaffe es auch nicht immer die Flüchtlinge zu Stäwog, Gewoba und Wohnungsbesichtigungen zu begleiten.
Auch bräuchten wir Hilfe im Familienzentrum. … hat oft nur noch mit Ausfüllen von Anträgen zu tun. Dienstag ist der  Tag an dem die Ämter nicht geöffnet haben und viele mit ihren Formularen zu ihr kommen.
Bitte melden!!! …
Wer bei Facebook ist, möge sich auch bei mir melden.
Dort gibt es eine Seite Flüchtlinge und Freunde Bremerhaven.
Viele Infos!!
Vielen Dank!
Viele Grüße von …“

(2) Die knappe Reaktion der Sozialamtsleiterin

„Sehr geehrte Damen und Herren,
die unten stehende Angabe, dass von Flüchtlingsheimen in Bremerhaven ein „Notruf gesandt“ worden sei, ist unzutreffend und die email vom heutigen Tage ohne Absprache und ohne Kenntnis des zuständigen Sozialamtes verfasst worden.
Die Mitarbeiter/innen in diesem Bereich nehmen die ihnen obliegenden Aufgaben in dem erforderlichen Umfang wahr.
Mit freundlichen Grüßen
Astrid Henriksen
Amtsleiterin“

(3) Mein Protest gegen diese Bürokratenantwort

Sehr geehrte Frau Henriksen,

vielleicht erinnern Sie sich an unser Zusammentreffen auf dem Balkon der Arbeitnehmerkammer während des diesjährigen Sommerfestes. Ich habe Sie in dem Gespräch gemeinsam mit einigen anderen Gästen als eine aufgeschlossene und lebendige Diskutantin erlebt, die mir zu dem angesprochenen Thema Flüchtlinge als interessierte und offene Vertreterin unserer Bürokratie erschien.

Jetzt kam mir der harsche Brief an Gisela Wiegel und ein paar Dutzend ehrenamtlich arbeitende Bremerhavenerinnen und Bremerhaven vor Augen, und ich bin erschüttert, dass ich Sie offensichtlich so falsch einschätzen konnte.

Jeder Mensch in unserer Stadt kann wissen, dass die Betreuung der zahlreichen Flüchtlinge ohne das ehrenamtliche Engagement absolut nicht zu bewältigen ist. Der von Ihnen kritisierte „Notruf“ spielt auf diese dramatische Situation an und zielt darauf ab, noch mehr Helferinnen und Helfer zu mobilisieren.

Statt von Amts wegen einen herzlichen Dank an die Unterstützer der Flüchtlinge zu übermitteln, kommt von Ihnen die völlig überflüssige Bürokratenversicherung, man habe wie immer alles sicher im Griff und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nähmen „die ihnen obliegenden Aufgaben in dem erforderlichen Umfang wahr“.

Nichts haben Sie von Amts wegen im wirklich erforderlichen Umfang im Griff – und das müssen Sie wissen, wenn Sie nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt laufen.

Und wenn ehrenamtlich Engagierte eine Mitteilung „ohne Absprache und ohne Kenntnis des zuständigen Sozialamts“ verschicken, dann sollten Sie sich über soviel Selbständigkeit freuen, statt hohle bürokratische Selbst-Rechtfertigungen abzusondern.

Ich fordere Sie hiermit auf, sich bei dem Adressatenkreis für Ihre überflüssige und geradezu beleidigende Stellungnahme zu entschuldigen.

Und ich hoffe, dass der zuständige Stadtrat Klaus Rosche Sie endlich mit Nachdruck an Ihre Pflichten als Amtsleiterin im Umgang mit ehrenamtlich Engagierten erinnert. Daher geht diese e-Mail gleichzeitig an Klaus Rosche.

Gleichzeitig schicke ich diese Mail an Oberbürgermeister Melf Grantz, verbunden mit der Bitte, in dieser Angelegenheit intern klipp und klar Stellung zu beziehen.

Mit freundlichem Gruß

Detlef Kolze


Die erfolgreiche Freiwilligenagentur soll in Bremerhaven abgeschaltet werden – Die große Koalition setzt kurioses Zeichen in Zeiten des Ehrenamtes…

23. Juli 2015

Seestadtpresse Bremerhaven – Durch das Sonntagsjournal konnte die Bremerhavener Öffentlichkeit erfahren, dass die große Koalition künftig kein Geld mehr für die Freiwilligenagentur bereitstellen möchte, während beispielsweise die beiden großen Sportvereine weiter mit Beträgen in Millionenhöhe gefördert werden. So steht es im Koalitionsvertrag.

In einer plattdeutschen Glosse im Weser-Kurier wird geargwöhnt, diese Entscheidung könne auch mit Kreisen in der SPD zusammenhängen, die auf ähnlichen Feldern aktiv sind und die sich eine Art von Konkurrenz vom Halse schaffen möchten.

Ich frage einfach mal, ob so etwas in einer Stadt wie Bremerhaven tatsächlich möglich ist, dass SPD-Leute sich aktiv dafür einsetzen, eine erfolgreich arbeitende soziale Einrichtung auf ehrenamtlicher Basis auszuschalten.

Und ich frage auch, ob ein solcher Beschluss in Zeiten des Lobpreisens ehrenamtlicher Arbeit tatsächlich Bestand haben darf.

Es folgt der Text, der am 23. Juli 2015 im Weser-Kurier erschienen ist.

Polit-Salaat

Annerletz weer de Oole to’n groote Fier inlaadt. De Arbeitnehmerkammer mook ehr Sommerfest in dat neeje Bowark in Bremerhaben. Direktemang an’t Water vun den Neejen Haben kunnen de Lüüd snacken un snabbeleeren, un se kunnen sik ook ’n paar Anspraken anhören.

Mehrstendeels is dat mit Anspraken bi so’n Fier ’n verdreihte Saak, dach de Oole. Allens töövt, dat se to Ennen sünd. Allens lengt na dat Vergnögen mit Eten un Drinken un Räsoneeren. Bi düsse Snackeree wannert veele Gedanken twischen de Minschenköpp hen un her. Un liekers höört de Anspraken to so’n Fier doorto. Se sett sowat as ’n Grundtoon un bringt Saken op ‚t Tapeet, de in düsse Tieden vun Bedüden sünd.

Dütmaal weer in de Anspraken een wichtigen Punkt, dat de Minschen bi uus beter in Arbeit bröcht ward. Door weern sik de klooken Lüüd eenig: Wi bruukt mehr Lüüd in Arbeit, eendoon of se bi uus groot worrn sünd or of se vun butenlands op de Flucht na Düütschland kamen sünd.

De Oole höör sik dat an un weer tofreden. Dat weer ook sien Meenen, dat veele Minschen Help bruukt op düssen Weg in Arbeit – villicht mehr Help as in fröhere Jahren. To’n Glück meldt sik middewielen veele Lüüd, de doorbi ut freeje Stücken helpen doot un de doorför keen Geld nich hebben wüllt. „Ehrenamtlich“ nöömt wi sowat.

Dat gifft bi düt ehrenamtliche Mitmoken bloots een Knütten: Dat mutt ’n Placken geben, woneem de Lüüd afsnacken köönt, woans se ehr Arbeit as Helperslüüd organiseeren wüllt. För so’n Kontoor mit Sekretariat or sowat – un bloots doorför – mutt Geld ut de allgemeene Kass kamen.

Tja, dach de Oole, un jüst door liggt oftins de Haas in’n Salaat, denn düsse Kassen sünd in de lesten Jahren vermuckt tosamen schrumpelt worrn. So gifft dat Striet üm dat Geld, denn wat de eenen Ehrenamtlichen kriegt, dat is för de annern nich mehr door.

So hett to’n Bispill in Bremerhaben de neeje groote Koalitschoon vun SPD un CDU dat Geld för de Freiwilligenagentur mit den grooten roden Pinsel wegstreken. In düsse Inrichtung rackert jüst de Minschen, de to’n Bispill junge Lüüd bi dat Lehren för ehr Utbilden helpen doot. De Oole hett höört, dat düt Wegstrieken woll Lüüd in de SPD topass keem. Se kunnen sik ’n „Konkurrenz“ vun’n Hals schaffen, denn se sünd ook op düt Flach in de Gangen. Un de Oole wüss: To glieke Tiet kriegt de beiden grooten Vereenen vun Eishockey un Basketball in jeedeen Jahr ’n Millionen-Euro-Bedrag ut de Stadtkass, un dat schall na den Willen vun de Koalitschoon eerstmaal ook so blieben.

Dat gifft jümmers Lüüd, de snackt veel rüm, grummel de Oole. Man wenn’t an’t Doon geiht, denn steiht dat Trechtmoken un Utstaffeeren vun den eegen Salaat wiet vörn.

Un de „Ehrenamtlichen“ un de Minschen, de Help bruukt? De bekiekt sik denn mit ’n Koppschüddeln düssen smeerigen Polit-Salaat un mookt ’n lange Nääs.

Sowat is’n Jammer, meen de Oole.


Zur Russland-Berichterstattung der Nordsee-Zeitung – Ein Offener Brief von Ingo Mittrowann…

16. Juli 2015

Seestadtpresse Bremerhaven – Der Seestadtpresse-Leser Ingo Mittrowann berichtet, dass am Montag, dem 6. Juli 2015, die Autorin Gabriele Krone-Schmalz zu einer Lesung in Bremerhaven war. Veranstalter war der Förderverein der Humboldtschule in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Huebener.

„Die Veranstaltung war für mich überraschend stark besucht. Eine volle Aula mit über 400 Menschen ist schon recht beachtlich“, schreibt Ingo Mittrowann.

ABER: „Unser Heimatblatt hat bis heute nicht über diese Veranstaltung berichtet. Ich habe der Redaktion jetzt einen Brief geschrieben, weil ich meine, dass man so etwas nicht unwidersprochen lassen darf.“

Es folgt der Brief im Originalton.

„Sehr geehrte Damen und Herren,
stellen Sie sich vor, über 400 Bremerhavenerinnen und Bremerhavener gehen zu einer Veranstaltung und die Nordsee-Zeitung kriegt es nicht mit. Unvorstellbar, oder ? Kann ja eigentlich auch nicht sein, da besagte Veranstaltung zweimal in der NZ – klein, aber immerhin – angekündigt wurde. Das ist natürlich auch wieder nur zum Teil richtig. Am 25. Juni hieß es: „Krone-Schmalz erklärt Russland“. Am 6. Juli dagegen: „Krone-Schmalz zum Ukraine-Konflikt“. Beides war falsch. Soweit also alles ganz normal oder zumindest im Rahmen des Gewohnten.
Nun habe ich über eine Woche auf einen Bericht der NZ über die Veranstaltung gewartet. Ein Interview war meine Minimalerwartung. Fehlanzeige. Nichts. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ich durch die NZ über regionale Ereignisse informiert werde. Darum bin ich immer noch Abonnent und zahle inzwischen (einschl. ePaper) jeden Monat 36,85 € dafür. Für andere Bereiche bräuchte ich die NZ im Grunde nicht. Dafür gibt es genügend andere Quellen, die ich ohnehin nutze.
Wenn ich nun davon ausgehen muss, dass über durchaus bemerkenswerte Veranstaltungen in Bremerhaven nicht berichtet wird, komme ich ins Grübeln. Ist das der Normalfall, von dem ich sonst nur nichts mitbekomme ? Liegt es am Inhalt ? Es wurde ja weder Russland erklärt – was auch immer man sich darunter vorstellen soll – noch der Ukraine-Konflikt analysiert. Beides ist auch nicht das Thema des Buches von Frau Krone-Schmalz, um das es in der Veranstaltung ging. Sie unterzieht darin das Verhalten der Medien in Bezug auf Russland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt einer sachkundigen, kritischen Überprüfung. Mein Urteil „weitestgehend widerwärtig“, habe ich nach der Lektüre nicht revidiert. Vielleicht wäre ein Redakteur der NZ bei dem Vortrag ja zu einem anderen Urteil gekommen. Vielleicht hätte er aber auch  angefangen die Berichterstattung seiner Zeitung auf diesem Feld kritisch zu hinterfragen. Wer weiß?
So oder so: Vertrauen schafft das nicht. Es bestätigt eher das Ergebnis einer Umfrage, die im Auftrag der Zeit durchgeführt wurde. Am 24.6.15 berichtete Zeit Online unter dem Titel „Deutsche haben wenig Vertrauen in die Medien“ darüber. Ergebnis: „ … Das Misstrauen gegenüber Medien in Deutschland ist groß – und es wächst. …“ Die häufigsten Kritikpunkte: Bewusste Fehlinformation, Einseitigkeit, handwerkliche Fehlleistungen wie etwa schlechte Recherchen …
Mag sein, dass Sie als Macher dieser Zeitung da kein Problem für sich sehen. Was aber hat dann über 400 Menschen in Bremerhaven dazu bewegt, diese Veranstaltung zu besuchen? Für mich als Abonnenten sehe ich da auf jeden Fall ein Problem. Kaum vorstellbar, dass ich damit alleine bin. Darum möchte ich mich auch mit anderen Menschen darüber austauschen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Mittrowann“

KLEINE ANMERKUNG: Vor vielen Jahren – mancher mag sich erinnern – ist schon einmal ein Lokalchef der Nordsee-Zeitung rausgeworfen worden, nachdem er über eine Veranstaltung mit mehr als 400 Besuchern nicht berichtet hatte.

Aber das war wohl eine besondere Situation in den aufregenden Ozean-Park-Zeiten, die noch andere Hintergründe hatte…

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Die einseitige und in Teilen scharfmacherische Russland-Berichterstattung in der deutschen Medienlandschaft wurde >>>in der Seestadtpresse mehrfach angesprochen