Propagandisten des Bremerhavener Hafentunnels funken SOS – Entlarvende Hektik bei Baustellenschild-Einweihung…

22. November 2013

Seestadtpresse Bremerhaven – Es ist nicht zu übersehen: Die Bremerhavener Hafentunnler sind beim Einrammen juristischer und symbolischer Eckpfosten in peinliche Hektik verfallen. Bereits am Montag wurde eine hochoffizielle Pressemitteilung des Magistrats verschickt, in der es um nichts anderes ging als um das Aufstellen eines Bauschildes!

Dabei sprechen alle wichtigen Kriterien immer deutlicher gegen den Bau eines Hafentunnels: Die schon in den anfänglichen Berechnungen zusammengeschummelte Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit des Baus ist nur durch dreiste Manipulationen aufrechtzuerhalten.

Weder die aktuellen Messungen noch die veralteten Berechnungen des Verkehrs auf der Cherbourger Straße können als Belege für die Notwendigkeit des Baus ins Feld geführt werden. Bei den Kosten werden die knapp 30 Millionen Euro für die Planungskosten einfach aus der Gesamtsumme herausgenommen, um überhaupt noch ganz leise von einer angeblichen Wirtschaftlichkeit sprechen zu können.

Und ist der Bremerhavener Oberbürgermeister noch ganz bei Trost, wenn er (laut Nordsee-Zeitung vom 21. November 2013) behauptet, „es sei eben nicht üblich, die Planungskosten bei der Kalkulation mitzuberücksichtigen“. Es gibt sicher noch weitere Möglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit ein bisschen aufzumöbeln – oder?

Warum wird die Dreistigkeit nicht noch weiter getrieben? Man setze die Baukosten nach den Zahlen des Jahres 1962 an, und schon steigt die Wirtschaftlichkeit in erfreulichste Höhen. Oder man rechne die Asphaltierung des Tunnels heraus, weil man dieses Geld sonst für die Ertüchtigung der Cherbourger Straße hätte aufwenden müssen.

Wieder einmal werden alle kritischen Hinweise des Landesrechnungshofs und der Experten des Bremer Finanzressorts beiseite geschoben, damit sich kleinkarierte Kommunal- , Landes- und Bundespolitiker vom Typus der „Ferlemänner“ als verlässliche Dienstleute der Unternehmer-Lobby aufspielen können.

Es ist ein bedauerliches Trauerspiel, in dem noch so manches finanzielle Neben-Drama zu Lasten der öffentlichen Kassen auftauchen wird – falls nicht doch noch in letzter Minute die Reißleine gezogen wird.

Allerdings müssen solche Hoffnungen nach den bisherigen Erfahrungen mit unsinnigen Verkehrs-Großprojekten bekanntlich ganz klein gehalten werden…

Wer einen Blick auf die bisherige Berichterstattung der Seestadtpresse zum Hafentunnel werfen möchte, >>>kann hier klicken.

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Der lügenhafte Eiertanz zum Durchdrücken des Bremerhavener Hafentunnels geht weiter – Nachweislich falsche Prognosen bilden weiterhin die Grundlage der Planung…

19. Dezember 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – „Zahlenabweichungen beim Hafentunnel“ und „Ungereimtheiten“ meldet die Nordsee-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19. Dezember 2012 reichlich flau und zurückhaltend. Die Grünen wollten wissen, „warum die in den Prognosen vohergesagten Zahlen über den Anstieg des Schwerlastverkehrs auf der Cherbourger Straße mit den tatsächlichen Zahlen nicht übereinstimmen“, ist in der NZ zu lesen.

Und dann noch: „Wie es heißt, gibt es erhebliche Abweichungen.

Warum dieser verbale Eiertanz? Wie in der >>>Seestadtpresse vom 18. Oktober 2012 zusammengefasst, wurden laut Nordsee-Zeitung im Mai 2012 „bis zu 2200 Lkw“ gemessen, während 3900 Lkw prognostiziert worden waren. Was soll da die Floskel „wie es heißt“?

In der >>>Seestadtpresse vom 10. Juli 2012 wurde noch einmal daran erinnert, dass dieses Spiel mit falschen Prognosen (und in Bremerhaven dann auch noch zielgerichtet unterschlagenen Messergebnissen!) üblich ist, wenn es um das Durchdrücken solcher Großprojekte geht. Warum werden nicht endlich Informationen aus anderen vergleichbaren Projekten herangezogen, die in Form einer „Referenzklassenprognose“ zusammenzufassen sind?

Und noch ein Zitat aus diesem Text: „Dass solche Monster-Projekte gleichzeitig den Spardruck auf die öffentlichen Haushalte erhöhen und daher mitverantwortlich sind beispielsweise für die schlechten Unterrichtsbedingungen in unseren Schulen, sei nur noch einmal am Rande in Erinnerung gerufen.“

Ich fürchte, dass die Grünen dem Druck nicht standhalten und das Projekt im Januar endgültig eine der letzten formalen Hürden überwindet.