Nordsee-Zeitung mit verfälschender Überschrift zum Thema Arbeitslosigkeit – Der NZ-Text ist aus der Pressemitteilung der Agentur zusammengebastelt…

2. Oktober 2014

Seestadtpresse Bremerhaven – Wieder einmal macht sich die Nordsee-Zeitung keine Mühe, irgendetwas Erhellendes zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit zu Papier zu bringen. In der Ausgabe vom 1. Oktober 2014 wird nicht einmal der aus der Pressemitteilung der Agentur für Arbeit zusammengebastelte Text ernst genommen. Die Überschrift betont einen (positiven) Aspekt, ohne den größeren (negativen) Zusammenhang zu berücksichtigen.

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Im NZ-Text wird korrekt erwähnt, dass in Bremerhaven „im Vergleich zum Vorjahr mehr Menschen arbeitslos“ sind. Diese Feststellung ist auch der Grafik zu entnehmen.

Trotzdem wird mit der Überschrift die verfälschende Aussage vom Sinken der Arbeitslosigkeit betont. Das ist möglich, weil die Entwicklung im September tatsächlich im Vergleich zum vorhergehenden Monat August positiv war. Im Text wird dazu allerdings festgestellt, dass es  im September „zum jahreszeitlich üblichen Rückgang der Arbeitslosigkeit… gekommen“ ist.

Mit etwas mehr journalistischem Ehrgeiz hätte die Redaktion der Nordsee-Zeitung auch die längerfristige Entwicklung in den Blick nehmen können. So stellt der Finanz- und Wirtschaftsexperte Joachim Jahnke in seinem >>>Informationsportal fest, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland saisonbereinigt bereits seit April dieses Jahres (mit Schwankungen) wieder gut erkennbar angestiegen ist.

Im Bericht unserer heimischen Agentur für Arbeit habe ich solche saisonbereinigten Zahlen nicht entdeckt. Ich gebe aber zu, dass ich keine größere Mühe aufgewendet habe.

Übrigens: Wenn die Nordsee-Zeitung ihre Texte aus Pressemitteilungen zusammenbastelt oder diese Pressemitteilungen sogar komplett abdruckt, ist das (bisher) immer leicht am Kürzel „(nz)“ unter dem Text zu erkennen.


Nordsee-Zeitung mit verfälschender Grafik zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Bremerhaven…

2. Mai 2013

Seestadtpresse Bremerhaven – Der „lokale Arbeitsmarktbericht“ für Bremerhaven in der Nordsee-Zeitung enthält stets eine Grafik, aus der die „Anzahl der Empfänger“ (was „empfangen“ diese Menschen eigentlich?) zu entnehmen ist. Der erste Eindruck, der wie immer wichtig ist, zeigt einen krassen Anstieg und danach eine deutliche Abnahme der „Empfänger“-Zahlen. Das suggeriert zunächst einmal so etwas wie eine Entspannung der Lage…

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Allerdings ist zu beachten, dass die Basis-Linie nicht, wie in korrekten Grafiken üblich, bei Null liegt, sondern bei 8000 (!!!) Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Würde die Statistik in der Grafik korrekt dargestellt, ergäbe sich ein anderes Bild von der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Bremerhaven. Statt einer angeblich deutlichen Entspannung zeigte sich nur ein leichtes Auf und Ab am oberen Ende eines großen Sockels.

Hinzu kommt die Verzerrung auf Grund der 2005 vorgenommenen Erfassung früherer Sozialhilfeempfänger in der Statistik, bei denen sich sehr schnell zeigte, dass von der ihnen unterstellten Arbeitsfähigkeit sehr oft keine Rede sein konnte. Das ergab dann einen steilen Abstieg der Zahlen, der als eine Entspannung des Arbeitsmarkts interpretiert werden kann.

Wird diese Verzerrung weggelassen, wird das Oszillieren der Zahlen am oberen Ende des Sockels noch flacher und lässt den unverändert hohen Sockel des Problems noch deutlicher hervortreten.

Der Finanz- und Wirtschaftsexperte Joachim Jahnke macht in einer aktuellen Information auf seiner Seite >>>Infoportal Deutschland & Globalisierung noch einmal darauf aufmerksam, dass die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland immer stärker durch „leider bereits übliche Trickserei mit der Statistik“ verfälscht werde.

Im April 2013 seien nur noch 55,8 Prozent der 5,4 Millionen Bezieher von Unterstützungszahlungen als arbeitslos ausgewiesen worden; dieser Anteil habe vor nur sechs Jahren noch bei 65 Prozent gelegen.