Bremerhavener Magistrat setzt bei Baumaßnahmen im Straßenverkehr falsche Prioritäten – Fußgänger und Radfahrer werden missachtet…

15. September 2014

Seestadtpresse Bremerhaven –

Seestadtpresse Bremerhaven – Kürzlich habe ich >>>an dieser Stelle kritisiert, dass der Weg auf dem Geestedeich zwischen Marineschule und Grimsbystraße für Fußgänger und Radfahrer blockiert worden ist, weil auf dem Zubringer Straßenbauarbeiten durchgeführt werden.

Meine Frage an das zuständige Amt, ob es nicht auch anders ginge, wurde mit einem klaren NEIN beantwortet. Auf meine Nachfrage wurde u.a. festgestellt: „Eine Führung der Radfahrer und Fußgänger neben arbeitenden Baumaschinen ist unter Sicherheitsaspekten nicht vertretbar.“

Ich sehe in dieser Stellungnahme des Amtes eine schöne Illustration des alten Gedankens: „Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe.“

Meine Kritik zielt also auf die grundsätzliche Herangehensweise an Probleme im Straßenverkehr. Das lässt sich leicht so illustrieren: Wenn es vorab die Anweisung gegeben hätte, dass der Weg für Fußgänger und Radfahrer unbedingt offengehalten werden muss, wären dann etwa die Straßenbauarbeiten unmöglich geworden?

Selbstverständlich nicht. Es wäre nur eine andere Herangehensweise notwendig geworden.

In diesem Fall gab es nämlich (wie so oft) die genau entgegengesetzte implizite Anweisung: Baut an der Autostraße! Fußgänger und Radfahrer brauchen nicht weiter berücksichtigt werden!

In einer „Klimastadt“ ist eine solche Herangehensweise ganz grundsätzlich unangemessen, meine ich. Fußgänger und Radfahrer müssen bei einem solchen Anspruch anders behandelt werden, als das hier wieder einmal geschehen ist.

Und: Wenn dann aus Sicherheitsgründen doch kurzfristige Sperrungen unumgänglich sein sollten, bleibt das immer noch etwas völlig Anderes als die vollständige Sperrung eines Weges über Monate.

Und noch etwas: Ich fürchte, wenn der oben vom Amt genannte Grundsatz „Keine Fußgänger und Radfahrer neben arbeitenden Baumaschinen“ ernst genommen würde, könnten Straßenbauarbeiten künftig kaum noch irgendwo durchgeführt werden.

Und ganz zum Schluss noch eine Kleinigkeit: Die wort- und hinweislose Vollsperrung des Geestedeichs an der Marineschule ist nun wirklich der blanke Unsinn, denn Spaziergänger könnten sich zumindest auf dem schönen Weg am Wasser hin und her bewegen. Es fehlt hier der Hinweis: Weg frei bis zur Baustelle.

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Bremerhaven als radfahrerfreundliche Stadt? – Da ist wohl noch viel zu tun…

4. Mai 2013

Seestadtpresse Bremerhaven – Das Thema „Radfahren in Bremerhaven“ ist in diesem Blog >>>schon mehrfach behandelt worden, und im Moment sieht es auch nicht so aus, als wenn der Stoff dafür irgendwann auch nur spürbar weniger werden sollte.

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Nehmen wir diesen traurigen Anblick an der Auffahrt zum Geestedeich. Da steht eine Sperre mitten auf dem Weg, erzwingt umständliches Gekurve, und ich kann mir nicht denken, dass irgendjemand dafür auch nur einen einzigen vernünftigen Grund nennen könnte.

Diese Auffahrt liegt westlich der Stresemannstraße etwa auf der Höhe Wiesenstraße und ermöglicht eine (zugegeben: nicht besonders lange) Radfahrt ohne lärmenden Autoverkehr.

An eine weitere Stelle an der Stresemannstraße möchte ich noch einmal ausdrücklich erinnern. Das ist die Geestebrücke, die von Radfahrern auf der westlichen Seite in nördlicher Richtung nicht befahren werden darf, wie >>>an dieser Stelle gezeigt und erläutert wird.

Eine solche Freigabe wäre aber sinnvoll, denn ein Radfahrer kann (wie oben gezeigt) aus Richtung Süden sehr schön auf dem ruhigen Geestedeich parallel zur Stresemannstraße fahren. Er überquert dann die Abbiegespur der Grimsbystraße und müsste nur noch die Geestebrücke überqueren, um wieder nach links abzubiegen und weiter auf einem ruhigen Weg an der Geeste entlang in Richtung Lehe-Zentrum zu gelangen.

Dieses unsinnige Verbotsschild für Radfahrer verhindert seit vielen Jahren einen sinnvollen Radweg, zumal auf der Geestebrücke nur sehr selten Fußgänger unterwegs sind und daher die Breite des Wegs eine Sperrung absolut nicht möglich macht.

Und warum passiert nichts? Weil die heimischen Verkehrsexperten offensichtlich mit der Autofahrerbrille auf der Nase an ihren Planungen herum rackern und für die übrigen Verkehrsteilnehmer kaum noch Zeit haben…


Radfahren in Bremerhaven fördert immer wieder Kuriositäten zutage…

12. August 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Wer in Bremerhaven mit dem Rad unterwegs ist, kann durchaus auf gut ausgebauten Radwegen fahren. Meine grundsätzliche Kritik: Es fehlt ein zusammenhängend geplantes und ausgebautes Radwegenetz, so wie es für den Autoverkehr selbstverständlich vorhanden ist und ständig weiter verfeinert wird.

Auffällig sind aber auch Kuriositäten. Manche sind seit langem bekannt und werden oft kritisiert – leider ohne Folgen. Daher scheinen mir Erinnerungen angebracht.

Ein Beispiel: Ich fahre in der Urlaubszeit an einem Freitagmittag durch die Fußgängerzone und erkenne auf den ersten Blick, dass hier das Radfahrverbot vollkommen gerechtfertigt ist. Die Erlaubnis zum Radfahren wäre für Mensch und Tier geradezu lebensgefährlich, wie das folgende Foto überdeutlich zeigt.

Zweites Beispiel: Ich fahre um dieselbe Zeit auf dem Weserdeich und sehe: Auch hier wäre das Radfahren viel zu gefährlich. Das existierende ganzjährige Verbot für Radfahrer ist eine Notwendigkeit, wie auf dem Foto ohne irgendeinen Zweifel zu erkennen ist:

Drittes Beispiel: Ich setze meine Fahrt durch den Überseehafen fort und werde vor der neuen Kaiserschleuse aufgefordert, von meinem Fahrrad abzusteigen. Kein Zweifel: Auch hier sind die Verkehrsplaner von unüberbietbarer Weisheit geschlagen.

Was ich damit sagen will: Was in anderen Städten für den Radverkehr möglich ist, sollte auch in Bremerhaven möglich sein. Die Koexistenz unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer funktioniert, wie zahlreiche Beispiele zeigen. Das gilt insbesondere für Radfahrer und Fußgänger. Gelegentliche Konflikte beweisen nicht das Gegenteil.

Ich weiß: Es hat einmal in der Fußgängerzone einen Unfall mit einem rasenden Radfahrer gegeben. Aber wenn solche Maßstäbe auch für den Autoverkehr angewendet würden, müssten sämtliche Straßen in Bremerhaven auf einen Schlag für sämtliche Kraftfahrzeuge gesperrt werden.


Radfahrer im Straßenverkehr werden in unseren Medien gerne dämonisiert und von Opfern zu Tätern gemacht…

16. April 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Wer sich mit dem Fahrrad am Straßenverkehr beteiligt, wird in unseren Medien oft mit eigenartigen Brillen betrachtet. Das dürfte im Kern daher kommen, dass die Sichtweisen motorisierter Verkehrsteilnehmer immer noch die Zentralperspektive für die Darstellung aller Verkehrsprobleme darstellen.

Rücksichtslosigkeiten in Fußgängerzonen (und die gibt es selbstverständlich!) werden beispielsweise aktuell gerade wieder unter dem Schlagwort „Kampfradler“ zu einem Riesenproblem aufgeblasen – als läge dort die hauptsächliche Gefährdung für Verkehrsteilnehmer.

Interessant finde ich eine aktuelle Dekra-Analysefür die Stadt Berlin (eine Konzentration auf Städte scheint mir wichtig zu sein, weil Gesamtzahlen für den bundesweiten Verkehr täuschen – schließlich sind auf Autobahnen nur sehr selten Fußgänger und Radfahrer unterwegs!).

Die >>>Berliner Morgenpost berichtete darüber am 13. April 2012 unter der Schlagzeile „Fußgänger und Radfahrer leben in Berlin gefährlich“. Der Kernpunkt dieser Berichterstattung: „Besonders Fußgänger und Radfahrer leben demnach auf den Straßen Berlins gefährlich. Mehr als jeder zweite 2011 im städtischen Straßenverkehr Getötete sei zu Fuß (53,7 Prozent), etwa jeder fünfte mit dem Fahrrad unterwegs gewesen (20,4 Prozent). Nur 3,7 Prozent der Todesopfer waren Auto-Insassen.“

Die >>>Dekra selbst spricht mit Blick auf Berlin von einem „großen Nachholbedarf, was die Rücksicht den schwächeren Verkehrsteilnehmern gegenüber angeht“.

Von Seestadtpresse-Lesern kritisiert wird in diesem Zusammenhang immer wieder auch die Art der Berichterstattung in der Nordsee-Zeitung. Ihm fallen „regelmäßig die schlechten Artikel in der NZ zum Thema Fahrrad und Verkehr auf“, heißt es in einer Zuschrift. Geradezu verärgert sei er nach einem Blick in die Nordsee-Zeitung vom 29. März 2012 gewesen. Dort seien in einem Interview von zehn Fragen sieben falsch oder unzureichend beantwortet worden.

Dieser Leser verweist auf die Darstellung auf einer Seite der Stiftung Warentest, die nach seiner Kenntnis korrekt ist. >>>„Irrtümer rund ums Radfahren – Diese Regeln gelten wirklich“ lautet dort die Überschrift.

Für Bremerhaven als „Klimastadt“ sollte übrigens die korrekte und  zukunftstaugliche Betrachtung des Verkehrs eine besondere Rolle spielen. Das gilt in ganz besonderem Maße, wenn es die „klimafreundlichen“ Verkehrsarten wie Radfahren und Zu-Fuß-Gehen betrifft.

Positiv anzumerken ist daher, dass die Nordsee-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 16. April 2012 in der unangenehm aufgeplusterten „Kampfradler“-Initiative des CSU-Verkehrsministers einen sehr gemäßigten Kommentar abdruckt. „Einen Gang runterschalten“, fordert der Kommentator und stellt fest: „Klar, es gibt Radel-Rowdys.“ Aber er fügt richtigerweise hinzu „ebenso übrigens wie rücksichtslose Autofahrer, Motorradfahrer und Fußgänger“.

Wie die Unfallstatitistik zeigt, sind die motorisierten Verkehrsteilnehmer jedenfalls erheblich gefährlicher für ihre Mitmenschen als Fußgänger und Radfahrer.

Fußgänger und Radfahrer werden in Bremerhaven eher stiefmütterlich behandelt – Die Nordsee-Zeitung trägt dazu deutlich erkennbar bei…

22. Juli 2011

Seestadtpresse Bremerhaven – Verkehrspolitik liefert sehr schöne Beispiele, um das Funktionieren der Mainstream-Presse zu illustrieren, meint auch Seestadtpresse-Leser Christian Peters.

Seiner Meinung nach bedient die heimische Nordsee-Zeitung die Leserschaft mit dem verkehrspolitischen Gedankengut aus den 70er Jahren. Diese grundsätzliche Orientierung ändert sich selbstverständlich nicht dadurch, dass gelegentlich eine Agenturmeldung ins Blatt gerät, über der beispielsweise die Überschrift „Mehr Geld für Fahrradwege gefordert“ zu lesen ist (NZ vom 12. Juli 2011). Nachzulesen ist dort etwa die Kritik des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), dass der Radverkehr nicht in dem Maße finanziell unterstützt wird, wie es seinem Anteil am Verkehrsaufkommen entspricht.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Weser-Kurier am 17. Juli 2011 meldet, das Land Bremen wolle ein „Programm für mehr Radverkehr“ auf den Weg bringen. Unterzeile: „Land will bessere Bedingungen schaffen“. Selbstverständlich ist im WK-Text nur von der Stadt Bremen und nicht von Bremerhaven die Rede, obwohl es sich um ein Landesprogramm handelt. Wo ist der Protest der Nordsee-Zeitung, die sonst bei jeder Bremerhavener Kleinkram-Benachteiligung Alarm schreit?

Das Land Berlin plant übrigens ähnliche Initiativen für den Fußgängerverkehr. Sein Anteil an allen zurückgelegten Wegen in der Stadt sei etwa genau so groß wie der des Autoverkehrs, erläutert der Berliner Chefverkehrsplaner und zählt den Fußgängerverkehr zu den „am stärksten unterbewerteten Verkehrsarten“.

Im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen in Bremerhaven (Entwurf) heißt es zur Verkehrspolitik: „Die Verkehrspolitik wird von den Koalitionären mit einem umfassenden nachhaltigen Verkehrskonzept neu aufgestellt, das auch das Thema Klimastadt berücksichtigt.“ Und: „Für das gesamte Stadtgebiet soll ein Verkehrskonzept erstellt werden, das alle Verkehre gleichberechtigt erfasst. Ziel unserer zukünftigen Verkehrspolitik ist dabei eine Verkehrsreduzierung und Verbesserung der Situation für Anwohner und schwachen Verkehrsteilnehmer.“ Und: „Wir verfolgen die Vision, 2015 „Fahrrad-Stadt“ zu sein.

Dass die Nordsee-Zeitung solche gedanklichen Ansätzen bisher besonders positiv und konstruktiv begleitet hätte, wird wohl niemand behaupten. Da wirkt noch das verkehrspolitische Gedankengut der 70er Jahre nach…


Terrorismusbekämpfung am Bremerhavener Weserdeich? – Fußgänger und Radfahrer werden ausgebremst und fehlgeleitet…

30. Mai 2011

Seestadtpresse Bremerhaven – Ärgerliche Dinge hat der menschliche Alltag in ausreichender Zahl zu bieten.Warum sollte das in Bremerhaven anders sein?

In puncto Fußgänger und Radfahrer ist hier mehrfach auf das Verhalten der Hafengesellschaft Bremenports eingegangen worden, die beispielsweise den Weser-Radweg im Süden der Stadt in Richtung Dedesdorf ohne größeren öffentlichen Protest aus fadenscheinigen Gründen für mehr als ein Jahr sperrt.

Eine irritierendes Beispiel findet sich auch auf der Straße vor der nagelneuen Kaiserschleuse.

Was soll dieser Eingriff in den Verkehr, der das Radfahren auf der Kaiserschleuse mit einem Verbot belegt? Das Tempo des Autoverkehrs ist hier ohnehin reduziert, so dass Radfahrer genau so schnell wie die Autos unterwegs sein können.

Wie klein das Interesse an Radfahrern und Fußgängern ist, zeigt auch die merkwürdige Sackgasse für Fußgänger auf dem Deich vor der Kaiserschleuse.

Das bedeutet für Fußgänger, dass sie sich auf dem Weg zur Kaiserschleuse direkt in die Blech-, Beton- und Asphaltlandschaften begeben müssen, weil der Weg auf dem Deich vor einem monströsen Drahtzaun endet.

Muss auch hier wieder einmal die vorgeschobene Terrorismusbekämpfung für allerlei Unsinn herhalten?

P.S. Ich bitte um Beachtung der Hinweise und Argumente in den Leserkommentaren zu diesem Thema!


Fahrradweg am Deich im Süden Bremerhavens gesperrt – Bremenports hält Lkw-Fahrer offensichtlich für zu blöde, um Radfahrer rechtzeitig zu erkennen…

11. April 2011

Seestadtpresse Bremerhaven – „Straße am Deich dicht: Baustellenverkehr“, vermeldet die Nordsee-Zeitung am 11. April 2011.

Dabei geht es um den Deichverteidigungsweg vom früheren Neuen Lunesiel in Richtung Dedesdorf – insbesondere für Radfahrer eine beliebte und landschaftlich schöne Verbindung von Bremerhaven aus nach Süden.

Als Grund für die Sperrung, die für Radfahrer auf dem Weser-Radweg zu ärgerlichen Umwegen führt, nennt die Hafengesellschaft Bremenports „Baustellenverkehr“.

Das bedeutet nach Auskunft eines Bremenports-Lautsprechers, dass auf diesem Weg ab und zu Lastwagen und Treckergespanne unterwegs sind. Das führt nicht nur in diesem Jahr, sondern auch im Jahr 2012 zu einer Sperrung dieses Fahrradwegs.

Wenn ich den Lautsprecher richtig verstehe, dann beschäftigt Bremenports Lastwagenfahrer, die zu blöde sind, um einzelne Radfahrer zu erkennen. Schließlich gibt es zahlreiche Wege im Landkreis, auf denen Treckerfahrer gemeinsam mit Radfahrern unterwegs sind, ohne dass diese Wege gesperrt werden müssen.

Mein Vorschlag: Wegen der (laut Bremenports) Dusseligkeit der eingestellten Lkw-Fahrer müssen dringend auch die übrigen Bremerhavener Straßen gesperrt werden, um Unfälle zu vermeiden.

Oder Bremenports fragt einfach mal bei den Fahrern nach, ob sie sich nicht mit den Radfahrern auf diesem Deichverteidigungsweg ebenso gut arrangieren können wie im übrigen Stadtgebiet und im Landkreis.

Noch eine Frage: Gibt es eigentlich irgendeine öffentliche Bremerhavener Einrichtung, die in solchen Fragen zuständig ist?

Oder kann Bremenports einzelne Straßen überall im Stadtgebiet ganz nach eigenem Ermessen sperren?


Tolle Verkehrspolitik einer „Klimastadt“ – Bremerhavener SPD und CDU weiter auf dem Holzweg…

22. März 2019

Seestadtpresse Bremerhaven – In der „Klimastadt“ Bremerhaven wird die Verkehrspolitik weiterhin durch das Autofahren dominiert.

Beispiel Kennedybrücke: Für Autos ist bald alles nagelneu gemacht – Radfahrer müssen sich auf dem Fußweg mit den bevorrechtigten Fußgängern einigen…

Radfahrer können selbstverständlich regelkonform auf der Straße fahren und sich dort gegen die Verkehrsregeln von desinformierten Autofahrern ANHUPEN lassen!

Die Nordsee-Zeitung vom 22. März 2019 titelt:

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Die verkehrspolitische Dumpfbackigkeit der Bremerhavener CDU ist bekannt, aber unsere sozialdemokratischen  Schnarchnasen hätten vielleicht zwischendurch doch mal aufwachen können…


„Straßen sind für Autos da“ – Immer wieder die falsche Leitlinie der Verkehrspolitik…

12. Februar 2016

Seestadtpresse Bremerhaven – Am Beispiel der Kreisstraße zwischen Flögeln und Bad Bederkesa schildert die Nordsee-Zeitung am 11. Februar 2016 die Probleme der Radfahrer: „Radfahrer… werden von Autofahrern häufig mit viel zu hohem Tempo und zu wenig Abstand passiert. Kommt dann noch Gegenverkehr, wird die Situation gefährlich“, heißt es sehr richtig in der NZ.

Genau: Zu hohes Tempo und zu geringer Abstand. Das sind die Probleme.

Aber die naheliegende Schlussfolgerung wird nicht gezogen. Das wäre geringeres Tempo und Einhalten des gesetzlich vorgeschriebenen Abstands von mindestens anderthalb Metern.

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In der (hier übrigens gegenüber Radfahrern durchaus wohlwollenden) Berichterstattung der Nordsee-Zeitung steht aber eine andere Schlussfolgerung: „Seit Jahrzehnten wird dort deshalb ein Radweg gefordert.“

Das passt exakt zur immer noch weithin gültigen Leitlinie unserer Verkehrspolitik: „Straßen sind für Autos da“ – die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich ihre Räume suchen und flüchten am besten auf irgendwelche Seitenstreifen.

Solange diese falsche Leitlinie wirkt, kann unsere Verkehrspolitik nicht in eine zukunftsweisende Richtung gehen.

*****

In der Nordsee-Zeitung vom 12. Februar 2016 gibt es erneut einen Hinweis auf den gesetzlich geforderten Sicherheitsabstand von anderthalb Metern. Vielen Autofahrern ist das offensichtlich völlig unbekannt oder völlig einerlei…

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Die Nordsee-Zeitung kümmert sich – und zwar in der bekannten Art und Weise…

11. Februar 2015

Seestadtpresse Bremerhaven – „Wir kümmern uns“, kündigt die Nordsee-Zeitung in diesen Tagen allerorten an. Und worum kümmert sich die NZ-Redaktion als allererstes? Um den Schutz rasender Autofahrer!

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Zwar kommen in dem Text auch lärmgeplagte Anwohner der Straße An der Mühle sowie bedrängte Radfahrer vor.

Aber das größte Mundwerk darf ein mental übermotorisierter Landkreisbewohner haben, der auf dem Weg zur Arbeit ein paar Sekunden einsparen möchte. Er ist es auch, der den Akzent in der Überschrift setzt: „Was für ein Unsinn“.

Dass er dabei mit Unterstützung der Nordsee-Zeitung die dämlichsten Argumente anführt, soll nicht unerwähnt bleiben. Ein Beispiel für seine spezielle Art von „Argumenten“: Je schneller ein Autofahrer durch eine Straße fährt, desto eher ist es wieder ruhig. (Seine Formulierung klingt gebüldeter, aber das ändert nichts: „Die Verweildauer der Autos ist viel länger, wenn sie langsamer fahren.“)

Ein solches „Argument“ könnte eine Mindestgeschwindigkeit von 100 km/h in der Stadt begründen, wenn für besseren Lärmschutz gesorgt werden soll.

Ein netter Nebeneffekt des Tempo-30-Aufregers der Nordsee-Zeitung: Das Blatt kann wieder mit einer angehängten TED-Umfrage die eigene Tasche füllen. Wer leichtfertig seine Stimme abgibt, zahlt nämlich satte 50 Cent pro Anruf in die NZ-Kasse.

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Das war nach >>>einiger Kritik schon einmal anders: Da wurde dann von der Nordsee-Zeitung nach meinen Beobachtungen längere Zeit ein so hoher Betrag nur kassiert, wenn es sich um ein Gewinnspiel handelte (also wenn z.B. ein Buch oder eine Eintrittskarte verlost wurde).

Aber bereits >>>im vergangenen Sommer war die Nordsee-Zeitung wieder durch Geldschneiderei mit Hilfe von TED-Umfragen aufgefallen…


Der Bremerhavener Magistrat liefert immer wieder Beispiele für Gleichgültigkeit gegenüber dem Fahrradverkehr – Ein Beispiel aus der Stedinger Straße…

18. November 2014

Seestadtpresse Bremerhaven – Die kleine Stedinger Straße in Lehe ist für Anwohner von Interesse und dient eingeweihten Fußgängern und Radfahrern als grüne Verbindung zwischen der Gaußstraße (dort heißt die Straße Brookkämpe) und dem alten Leher Rathaus. Ein Teilstück ist sehr schmal und endet so:

2014-11-17 09.01.47Der Weg wird durch gegeneinander versetzte Metallbögen vom folgenden Straßenraum abgetrennt. Aber was danach kommt, ist keine Hauptverkehrsstraße, sondern ein Wendehammer am Ende einer Spielstraße!

Zu Fuß lässt sich die Blockade leicht passieren. Mit dem Fahrrad ist es sehr viel umständlicher und ärgerlich mühsam, und wer einen Anhänger am Fahrrad hat, kehrt am besten wieder um.

Wenn die hier deutlich werdende Denkweise bei den zuständigen Verkehrs-Bürokraten des Bremerhavener Magistrats eine Ausnahme wäre, bräuchte darüber kein Wort verloren werden. Ein Hinweis genügte, und die Sache würde geregelt.

Aber in Bremerhaven ist so etwas leider keine Ausnahme. Es illustriert eher die Regel – Gleichgültigkeit und Ahnungslosigkeit gegenüber dem Fahrradverkehr, der in einer „Klimastadt“ Priorität haben müsste.


Bauarbeiten am Zubringer blockieren Weg auf dem Geestedeich: Geht das wirklich nicht anders?

1. September 2014

Seestadtpresse Bremerhaven – Am Autobahnzubringer Grimsbystraße wird zur Zeit gebaut – laut Ankündigung noch über mehrere Monate. Wie mittlerweile üblich bei solchen Baustellen, startet alles mit dem Rundum-Absperren der Baustelle. Die Erfahrungen zeigen, dass nach dem Absperren oftmals längere Zeit gar nichts passiert.

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Besonders ärgerlich ist es, wenn durch die Absperrung Wege blockiert werden, die möglicherweise bei etwas mehr Sorgfalt im Detail offen bleiben könnten. Auch dafür gab es nicht nur in Bremerhaven in der Vergangenheit zahlreiche Beispiele.

An der Baustelle Grimsbystraße ist mir aufgefallen, dass der Weg für Fußgänger und Radfahrer auf dem Geestedeich zwischen Marineschule und Grimsbystraße schon seit einiger Zeit abgeriegelt ist, und zwar sowohl in Höhe Wiesenstraße als auch an der Grimsbystraße.

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Für Fußgänger und Radfahrer aus Richtung Süden hat das unangenehme Folgen: Sie müssen zurück zur Stresemannstraße, müssen sie überqueren und am Rande des Autoverkehrs bis zur Geestebrücke fahren, um dort die Stresemannstraße wieder zu überqueren und auf ruhigere Wege zu gelangen.

Sicher ist: Bis zum jetzigen Zeitpunkt hätte dieser angenehme Weg offen bleiben können – wenn denn die Verantwortlichen nur ein wenig nachgedacht hätten.

Vielleicht könnte er sogar während der gesamten Bauzeit offen bleiben, weil dazu nur ein kleines Stück Fuß- und Radweg an der Ausfahrt von der Grimsbystraße gesichert werden müsste.


Bremerhaven: Autofahrer bestimmen immer noch die Prioritäten der Verkehrspolitik – Zeit zum Umsteuern ist längst da…

8. August 2013

Seestadtpresse Bremerhaven – Über den Umgang von Autofahrern mit Fußgängern und Radfahrern lässt sich in unseren Medien täglich eine Vielzahl von Berichten finden. Eine kleine Auswahl:

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Gleichwohl kommt niemand auf den Gedanken, wegen dieser Verletzten und Toten den Autoverkehr zu verbieten.

Das erstaunt, weil beispielsweise in der Bremerhavener Fußgängerzone ein paar rücksichtslose Radfahrer als Anlass genommen wurden, dort das Radfahren trotz der Breite der Straße tagsüber vollständig zu untersagen (und dieses Verbot auch häufig zu kontrollieren!).

Dieses Verbot für Radfahrer wird ausgesprochen, obwohl Radfahrer niemals in der Lage wären, auch nur annähernd für solche dramatischen Unfälle zu sorgen, wie es Autofahrer ohne große Anstrengung zustande bringen können.

Diese Blindstellen (von denen es noch andere gibt) illustrieren, dass unsere Verkehrspolitik trotz des Klimastadt-Gesabbels weiterhin unter dem Blickwinkel des motorisierten Verkehrs organisiert wird.

Die Zeit zum Umsteuern in der Verkehrspolitik ist nun wirklich längst gekommen.


„Kampf-Radler“ gibt es, „Kampf-Autofahrer“ offensichtlich nicht – lrritierende Sachlichkeit in Berichten über rasende Autofahrer…

25. April 2013

Seestadtpresse Bremerhaven – Wenn in unseren Zeitungen und auch in der Nordsee-Zeitung über rasende Autofahrer berichtet wird, fällt mir oftmals eine erstaunliche Sachlichkeit und Zurückhaltung bei der Wortwahl auf. Da rasen Leute mit mehr als 100 Stundenkilometern mitten durch die Stadt und gefährden andere Menschen – und das wird dann mitgeteilt, als habe dieser Mensch eine besondere Spitzenleistung erbracht: „Spitzenreiter mit Tempo 112“.

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Wenn von rasenden Radfahrern die Rede ist (und die können nur selten andere Menschen in einem solchen Ausmaß gefährden!), dann tauchen leicht einmal Begriffe wie „Kampf-Radler“ auf.

In Bremerhaven wird sogar bis heute die wirklich breite Fußgängerzone tagsüber für Radfahrer gesperrt, weil dort in früheren Zeiten rasende Radfahrer beobachtet wurden.

Von „Kampf-Autofahrern“ ist dagegen in unseren Zeitungen nie die Rede, obwohl der Begriff in manchen Zusammenhängen durchaus angebracht wäre.

Und dem Gedanken, man könnte Straßen sperren, weil dort zu häufig in wirklich gefährlicher Weise gerast wird, bin ich bisher auch noch nie begegnet!


Arbeitsbeschaffung beim Wegebau in Bremerhaven – Beschädigung und Reparatur aus einer Hand…

23. April 2013

Seestadtpresse Bremerhaven – Ab und zu fällt mir ein Kuriosum auf, das meiner Meinung nach zu einem großen Teil vermieden werden könnte: Es geht um die Beschädigung von Wander- und Radwegen durch diejenigen, die eigentlich für die Pflege und Unterhaltung genau dieser Wege zuständig sind.

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Selbstverständlich geht gelegentlich an der Benutzung eines Fahrzeugs kein Weg vorbei. Aber das darf der permanenten Arbeitsbeschaffung nicht Tür und Tor öffnen.

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Folglich meine ich, dass über den Einsatz von Fahrzeugen bei der Instandhaltung von Fuß- und Radwegen viel sorgfältiger nachgedacht werden muss, als das bisher der Fall ist.

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Denn nur durch Fußgänger und Radfahrer werden keine Wege beschädigt. Das können nur die motorisierten Reparateure in unbedachter Eigenarbeit zustande bringen.