So setzen Zeitungen Akzente – Gegensätzliche Pegida-Einschätzung…


Seestadtpresse Bremerhaven – Ein Politologe der TU Dresden hat laut Weser-Kurier vom 4. Februar 2015 „die bisher gründlichste Pegida-Studie vorgelegt“. Das Ergebnis laut WK: „Die… Bewegung besteht hauptsächlich aus ‚besorgten und empörten Gutwilligen‚.“ Die Nordsee-Zeitung setzt den Akzent auf derselben Informationsbasis ganz anders: „Viele Pegida-Anhänger extrem rechts“.

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Spiegelt sich in solchen geradezu gegensätzlichen Akzenten eigentlich eine politische Haltung der Redaktion?

Oder hängt es nur davon ab, welche politische Einstellung der jeweilige Redakteur zu dieser Problematik hat?

Oder ist die Wahrheit so biegsam, dass auch solche gegensätzlichen Darstellungen ohne Probleme zu rechtfertigen sind?

Eine denkbare Lehre: Leserinnen und Leser müssen in jedem Fall genau hinkucken, auf welche Figuren sie sich in unseren Medien jeweils verlassen sollen – und auf welche sie sich wirklich verlassen können.

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3 Responses to So setzen Zeitungen Akzente – Gegensätzliche Pegida-Einschätzung…

  1. Hermann sagt:

    Sehr geehrter Herr Kolze,

    manchmal kann ich mich nicht des Eindruckes verwehren, dass auch Sie nicht objektiv berichten. Vielmehr vermitteln Ihre Artikel mir zuweilen den Eindruck, dass Sie gerne gegen die Nordsee-Zeitung „schießen“, warum auch immer.
    Als Beispiel möchte ich Ihren heutigen Artikel nehmen: Sie erwähnen mit keinem Wort, dass rund 1.200 Teilnehmer der Pegida befragt werden sollten, aber nur 400 Teilnehmer zu einem Interview bereit waren. Kann man aus der Umfrage dann noch ein seriöses Resultat erzielen? Ich denke entschieden nein.
    Wenn dann 20 % der 400 Interviewten „gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ sind“, kann man sehr wohl von zu der Überzeugung gelangen, dass „viele Pegida-Anhänger extrem rechts sind“. Niemand weiß, wieviel „extrem rechte Anhänger unter der Gruppe derer befinden, die eine Befragung abgelehnt haben.

    Dennoch kommt die TU Dresden bei den wenigen Antworten zu dem Ergebnis,“Der „typische“ PEGIDA-Demonstrant entstammt der Mittelschicht, ist gut ausgebildet, berufstätig, verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen, ist 48 Jahre alt, männlich, gehört keiner Konfession an, weist keine Parteiverbundenheit auf und stammt aus Dresden oder Sachsen.“ Und die Aussage „Der Protest wird keineswegs von Rentnern und Arbeitslosen getragen – 70 Prozent der befragten Demonstrationsteilnehmer stehen im Beruf“ suggeriert doch nur, dass die Teilnehmer der Demo Leute seine wie Du und ich.

    Ich denke, dass die Nordsee-Zeitung hier sehr nachgedacht und die richtigen Schlüsse gezogen hat. Meine Lehre ist eine andere als die Ihrige. Man sollte sich eine Studie genau lesen und sich fragen, was eine TU Dresden damit bezweckt. Wer war der Auftraggeber der Studie? Vielleicht die Landesregierung, die das Problem herunterspielen will? Wo ist Ihre Anmerkung zu diesem Thema, sehr geehrter Herr Kolze.
    Freundliche Grüße
    Hermann Schwiebert

  2. Lieber Hermann Schwiebert,

    vielleicht wundern Sie sich ein wenig, aber ich stimme Ihrer Argumentation in allen Punkten zu – außer dem einen: An welcher Stelle mache ich deutlich, dass ich die hier angesprochene Berichterstattung der Nordsee-Zeitung kritisiere?

    In diesem Fall richtet sich meine Kritik tatsächlich gegen die Schönfärberei im Weser-Kurier.

    Und wenn Sie meine (sehr kurzen) Anmerkungen noch einmal lesen, dann können Sie leicht feststellen, dass ich mich gar nicht weiter mit dem Pegida-Rechtsextremismus beschäftige, sondern in puncto Berichterstattung nur anmerke: Es kann offensichtlich passieren, dass ein und derselbe Text von Redakteuren (je nach politischer Einstellung) vollkommen gegensätzlich interpretiert und journalistisch ausgewertet wird.

    Deshalb mein Appell: „Leserinnen und Leser müssen in jedem Fall genau hinkucken, auf welche Figuren sie sich in unseren Medien jeweils verlassen sollen – und auf welche sie sich wirklich verlassen können.“

    Schönen Gruß

    Detlef Kolze

  3. Hermann sagt:

    Hallo Herr Kolze,
    vielen Dank für ihre schnelle Antwort. Ja, nun muss ich mich selbst kritisieren. In der Tat haben Sie sich in Ihrem Artikel nicht mit der Pegida befasst. Ihr Ratschlag galt vielmehr dem aufmerksamen Lesen der Printmedien. Hier bleibt mit nur eines: Sie aufrichtig um Entschuldigung zu bitten. Denn ich selbst habe Ihren letzten Absatz nicht beherzigt, der dazu auffordert, genau zu lesen. 😉
    Liebe Grüße
    Hermann Schwiebert

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