Weser-Kurier profiliert sich mit reaktionärer Freihandels-Propaganda – Kritiker des TTIP als Dummköpfe dargestellt…


Seestadtpresse Bremerhaven – Den „meisten Protestlern“ sei „offensichtlich gar nicht klar, wogegen sie eigentlich protestieren“, heißt es im Weser-Kurier vom 6. Mai 2014 in einer großen „Betrachtung“ auf Seite 2. Unter der Überschrift „Ängste statt Chancen“ wird reichlich verdrehte Propaganda für das TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) gemacht.

Mit Blick auf die Kritiker des TTIP ist von „eifernden Bedenkenträgern“, „Hysterie“, „Kleinmut“, „unsinnigsten Projektionen aller möglichen politischen Gruppierungen“ und „abstruser Angst vor Chlorhühnchen“ die Rede.

Der WK-Schreiber stellt klar, was durch die „eifernden Bedenkenträger“ zerredet und verhindert werden könnte, nämlich neuer Schwung in der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Europa dürfte den Prognosen zufolge auf Zugewinne von 119 Milliarden Euro im Jahr hoffen, Amerika auf 95 Milliarden Euro.“ Was mit „Zugewinnen“ gemeint ist, wem sie nützen und worauf die „Prognosen“ basieren und wer sie erstellt hat, bleibt sein Geheimnis.

Auch die Kritik an fehlender Transparenz, die sogar vom TTIP-Förderer an der Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums geteilt wird, weist der WK-Mann vehement zurück: „Es wurde noch über kein anderes Abkommen dieser Art so transparent verhandelt wie über dieses.“

Ein paar Absätze weiter räumt der TTIP-Propagandist allerdings selbst ein, dass „noch niemand weiß, was letztlich in dem Vertrag stehen wird“. Viele kontroverse Themen seien „bereits ausgeklammert oder sind politisch längst nicht mehr durchsetzbar. So zum Beispiel die ursprünglich vorgesehene Investitionsschutzklausel.“

Leider, leider sei das so, meint der WK-Mann aus Berlin: „Zu groß ist mittlerweile die Hysterie.“ Das hat Deutschland nun davon: „Statt um Zollabbau geht es um Themen wie die Sorge vor chemisch belasteten Baby-Schnullern aus Übersee.“

Wer verlässlichere Informationen zum Thema TTIP haben möchte, kann beispielsweise frühere Texte in der Seestadtpresse (hier oder hier) nachlesen.

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