Der „Rückwärtsgang“ beim Bremerhavener Hafenumschlag wird nun auch von der Nordsee-Zeitung nicht mehr geleugnet – Wann werden endlich Konsequenzen für die Planung eines Hafentunnels gezogen?


Seestadtpresse Bremerhaven – So langsam wird auch der journalistische Haudruff der Nordsee-Zeitung unruhig, wenn er seinen Blick auf die deutliche Abwärtsneigung des Hafenumschlags lenkt. In der NZ vom 11. April 2013 trötete derselbe Mensch noch munter für Optimismus unter der Überschrift „Nicht ins Bockshorn jagen lassen“… In der NZ vom 10. August 2013 sieht es so aus:

R0027313

Allerdings wird wie schon im Frühjahr weiterhin auf Optimismus gemacht. Die Zahlen seien nicht aussagefähig, weil es zu viele Schwankungen gebe und so weiter.

Aber der Ton ist insgesamt stärker gedämpft. „Mit Wachstum rechnet angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage niemand“, heißt es in der NZ vom 10. August 2013 über den Autoumschlag, und beim Containerumschlag sieht es noch schlechter aus.

Und dass auch an den veröffentlichten Umschlagszahlen gelegentlich herum manipuliert wird, macht ein Leserbriefschreiber im Sonntagsjournal vom 11. August 2013 deutlich. Der hat getan, was die Aufgabe von Journalisten sein müsste – nämlich die Zahlen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ihm ist aufgefallen, dass der Bremenports-Sprecher für die Zeit von 2009 bis 2013 eine Zunahme des Container-Umschlags um stolze 30,3 Prozent verkündet hatte. Hätte er die Zahlen des umschlagsstärkeren Jahres 2008 als Basis genommen, dann hätte er nur eine Steigerung von knapp 13 Prozent verkünden können, heißt es im Leserbrief.

Jedenfalls lautet die richtige Schlussfolgerung des Leserbriefschreibers: „Mit der tatsächlichen Entwicklung der ersten Monate und der Gesamtprognose für 2013 mag nun offenbar niemand mehr den immer noch geplanten Hafentunnel rechtfertigen.“

Es bleibt, wie es die ganze Zeit war: Der Hafentunnel lässt sich nur mit geschönten, verdrehten oder prognostisch verfälschten Zahlen rechtfertigen.

„Stuttgart 21“ und andere Monster-Verkehrsprojekte lassen weiterhin herzliche Grüße in die Seestadt schicken.

2 Antworten zu Der „Rückwärtsgang“ beim Bremerhavener Hafenumschlag wird nun auch von der Nordsee-Zeitung nicht mehr geleugnet – Wann werden endlich Konsequenzen für die Planung eines Hafentunnels gezogen?

  1. […] “Seestadtpresse Bremerhaven” betrachtet den hiesigen rückläufigen Hafenumschlag kritisch und glaubt, dass es für den Bau […]

  2. schomaker sagt:

    keiner will ihn, gebraucht wird er auch nicht wirklich, einen echten Vorteil bietet er nicht, er wird ein Vermögen kosten und trotzdem wollen ROT und GRÜN ihn bauen. Hoffen wir auf die Vernunft der Gerichte und auf ein niederschmetterndes Wahlergebnis für ROT und GRÜN in Bremerhaven, vielleicht wachen sie dann auf.

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