Früheres Bremerhavener Nordsee-Hotel Naber von der Stadt mit hohem Verlust verkauft – Im Weser-Kurier fehlt leider diese interessante Tatsache…


Seestadtpresse Bremerhaven – Kurioserweise sogar doppelt gemoppelt berichtet der Weser-Kurier in seiner Ausgabe vom 1. August 2013, dass in Bremerhaven das frühere Nordsee-Hotel Naber verkauft worden ist. Einmal wird es der Leserschaft im Lokalteil serviert und ein zweites Mal im Wirtschaftsteil.

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Solche Fehler können im Journalismus passieren.

Was allerdings nicht passieren sollte, ist etwas Anderes: In beiden Texten teilt der Weser-Kurier mit, dass der Verkaufspreis die Höhe von 650.000 Euro habe. Leider fehlt die Erinnerung, dass die Stadt Bremerhaven als jetzige Verkäuferin das Nordsee-Hotel vor zehn Jahren für immer 3,6 Millionen Euro erworben hatte – ein großzügiger Akt der Wirtschaftsförderung durch eine arme Stadt.

Die Nordsee-Zeitung erinnert in ihrer Ausgabe vom 1. August 2013 korrekt an diesen „Verlust“ von fast drei Millionen Euro für das notleidende Bremerhaven.

Warum der Weser-Kurier diese Erinnerung verpasst hat, ist leicht herauszufinden: Der WK verlässt sich auf die Pressemitteilung des Magistrats, und darin wird der peinliche finanzielle Fehlschlag aus verständlichen Gründen einfach verschwiegen.

Jeder weiß es und trotzdem wird es viel zu oft verdrängt: Qualitäts-Journalismus braucht den Blick zurück, und der leidet unter den auch im Journalismus-Gewerbe weiterhin wild wuchernden Sparzwängen.

Nachbemerkung: Selbstverständlich gibt es im Zusammenhang mit dem Ankauf und der Verwaltung des Nordsee-Hotels Naber noch eine Reihe anderer Punkte, die in Erinnerung gerufen werden könnten. Einige Beispiele liefert die Verkaufsgeschichte.

Aber ganz interessant wäre auch eine Erinnerung an den Umgang der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS mit den teilweise durchaus interessanten Teilen des Inventars des Nordsee-Hotels Naber (ein paar Bemerkungen können >>>an dieser Stelle nachgelesen werden – Datum 16. Dezember 2007 – sowie >>>an dieser Stelle – Datum 20. Januar 2008). Seinerzeit hat sich u.a. das Historische Museum darüber beschwert, dass es beim Umgang mit dem Inventar nicht angemessen einbezogen wurde.

Über die Rechtfertigung des damaligen Oberbürgermeisters für den kostspieligen Ankauf des Hotels wird >>>an dieser Stelle berichtet.

Das ließe sich fortsetzen…

2 Antworten zu Früheres Bremerhavener Nordsee-Hotel Naber von der Stadt mit hohem Verlust verkauft – Im Weser-Kurier fehlt leider diese interessante Tatsache…

  1. schwiebert sagt:

    Ich bin mir als Outsider nicht immer sicher, ob es einfach nur eine Panne ist. Oder ob die Seile von der Zeitung zum Magistrat so eng geknüpft sind, dass man gerne mal „vergisst“, über Nachteiliges zu berichten.
    Daher bin ich froh, dass es die „Seestadtpresse Bremerhaven“ gibt, die alles, was unter dem Mäntelchen verschwunden ist, wieder hervorholt.

    Ich bin Autor des Blogges „DeichSPIEGEL“, aber doch kein Journalist. Mit meinen ungelernten Fähigkeiten versuche ich aber, meinen Lesern auf Positives und Negatives aufmerksam zu machen. Und da bin ich angewiesen auf saubere Berichterstattung der Presse, da sonst all meine Recherchen ins Leere laufen.

  2. Hansi sagt:

    3,6 Millionen. Deswegen hat sich Schulz so schnell aus der Seestadtpolitik verpisst? Wo steckt der eigentlich? Oder besser gefragt: Wo laesst er sich jetzt ueber den Tisch ziehen? Auf Staatskosten.

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