Bremerhavener Baustadtrat Volker Holm als überzeugter „Spekulanten-Schreck“? – Das ist wohl doch zu undifferenziert…


Seestadtpresse Bremerhaven – Der seinerzeit durch eine Art Provinz-Polit-Putsch ins Amt gehievte Bremerhavener Baustadtrat Volker Holm wurde von der heimischen Presse mit Trara in den Ruhestand verabschiedet. Das Sonntagsjournal nannte Holm in der Ausgabe vom 19. Mai 2013 sogar den „Spekulanten-Schreck“.

R0027300 Das grobe Lob sei Volker Holm gegönnt. Schließlich bekam er über die Jahre allerlei Schläge aus verschiedenen politischen Richtungen auf den Hut, auch wenn er sie mit erstaunlicher Sturheit abgewettert hat.

Zu Holms politischer Karriere ließe sich manches anmerken. Dazu zählt sicherlich der eilfertige Eintritt in eine ihm reichlich fremde Partei, die für ihn keine andere Rolle zu spielen hatte, als ihm die Wiederwahl zu sichern. Auch durch sein stadträtliches Rollenverständnis als Dienstleister von Investoren nagelte sich Holm selbst für den größten Teil seiner Dienstzeit in der Rolle als bürokratischer Organisator und Abwickler fest.

Rainer Donsbach lässt eine solche Kritik in der Nordsee-Zeitung vom 16. Mai 2013 immerhin anklingen. Er spricht dort von Holms „Etikett des effektiven Verwaltungsdirigenten und diensteifrigen Wegbereiters für Investoren“. Donsbach stellt ausdrücklich fest: „Eine Vision für die Zukunft der Stadt, ein Leitbild, das über den administrativen Alltag hinausweist, blieb er… schuldig.“

Wenn ihm nun zum Abschied der „Spekulanten-Schreck“ als persönliche Auszeichnung ans Revers geheftet wird, sollte doch zumindest bedacht werden, dass Holm auch auf diesem Feld erst einmal zum Jagen getragen werden musste.

Daher darf im Zusammenhang mit einem solchen Lob für Holm beispielsweise der Name Norbert Friedrich vom Stadtplanungsamt nicht unerwähnt bleiben.

Friedrich hat das Thema Schrott-Immobilien seit vielen Jahren beharrlich zur Sprache gebracht. Ebenso einfallsreich hielt er das breite Aufgabenfeld einer vernünftigen Stadtplanung in der Diskussion. Zu den wichtigen Impulsgebern für Holm auf diesen Feldern gehört gleichermaßen der Stäwog-Chef Christian Bruns.

Von mehreren Seiten wird mir versichert, Volker Holm habe in der letzten Phase seiner Amtszeit deutlich dazugelernt und seine Tätigkeit qualitativ verändert. Das habe auch für ökologische Gesichtspunkte gegolten, für die sich Holm nach meinen Erfahrungen in den ersten Jahren seiner Amtszeit nicht die Bohne interessiert hat – im Gegenteil: Da fungierte er als Bremser.

Den Hinweisen auf Veränderungen in der richtigen Richtung kann ich nicht widersprechen, und auch für ein solches Dazulernen darf sich ein Mensch loben lassen.

Überdrehtes und undifferenziertes Lob bleibt dagegen stets eine hohle Nuss.

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