Nordsee-Zeitung mit verfälschender Grafik zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Bremerhaven…


Seestadtpresse Bremerhaven – Der „lokale Arbeitsmarktbericht“ für Bremerhaven in der Nordsee-Zeitung enthält stets eine Grafik, aus der die „Anzahl der Empfänger“ (was „empfangen“ diese Menschen eigentlich?) zu entnehmen ist. Der erste Eindruck, der wie immer wichtig ist, zeigt einen krassen Anstieg und danach eine deutliche Abnahme der „Empfänger“-Zahlen. Das suggeriert zunächst einmal so etwas wie eine Entspannung der Lage…

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Allerdings ist zu beachten, dass die Basis-Linie nicht, wie in korrekten Grafiken üblich, bei Null liegt, sondern bei 8000 (!!!) Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Würde die Statistik in der Grafik korrekt dargestellt, ergäbe sich ein anderes Bild von der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Bremerhaven. Statt einer angeblich deutlichen Entspannung zeigte sich nur ein leichtes Auf und Ab am oberen Ende eines großen Sockels.

Hinzu kommt die Verzerrung auf Grund der 2005 vorgenommenen Erfassung früherer Sozialhilfeempfänger in der Statistik, bei denen sich sehr schnell zeigte, dass von der ihnen unterstellten Arbeitsfähigkeit sehr oft keine Rede sein konnte. Das ergab dann einen steilen Abstieg der Zahlen, der als eine Entspannung des Arbeitsmarkts interpretiert werden kann.

Wird diese Verzerrung weggelassen, wird das Oszillieren der Zahlen am oberen Ende des Sockels noch flacher und lässt den unverändert hohen Sockel des Problems noch deutlicher hervortreten.

Der Finanz- und Wirtschaftsexperte Joachim Jahnke macht in einer aktuellen Information auf seiner Seite >>>Infoportal Deutschland & Globalisierung noch einmal darauf aufmerksam, dass die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland immer stärker durch „leider bereits übliche Trickserei mit der Statistik“ verfälscht werde.

Im April 2013 seien nur noch 55,8 Prozent der 5,4 Millionen Bezieher von Unterstützungszahlungen als arbeitslos ausgewiesen worden; dieser Anteil habe vor nur sechs Jahren noch bei 65 Prozent gelegen.

2 Antworten zu Nordsee-Zeitung mit verfälschender Grafik zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Bremerhaven…

  1. Peter Schühle sagt:

    Mo, 6.5.13 auf Seite 1 der NZ „Straßen dramatisch schlecht“

    Die NZ als unbeirrter Trommler für die A22/20 ergänzt die dpa-Meldung mit einem eigenen Wurmfortsatz pro Küstenautobahn.

    Den Lesern soll wohl vermittelt werden, dass sich die ganze Republik Sorgen macht das überflüssige Projekt könnte stocken.

  2. Eris sagt:

    Dabei sind die Arbeitslosenzahlen an sich in Bremerhaven nur ein Teil des Problems, da sich neben den Arbeitslosen die Zahl der Aufstocker in Bremerhaven ständig erhöht und der Lohndurchschnitt im Mittelwert und Medianwert ständig sinkt.

    Nicht die Arbeitslosigkeit ist das Problem, sondern die Schwachstellen, die die Sozialgesetzbücher bieten.

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