Journalismus lebt mit Blindstellen, aber wahrheitsgemäße Berichterstattung sieht anders aus…


Seestadtpresse Bremerhaven – Journalismus ist ein heikles Betätigungsfeld. So manch einer der Akteure lässt sich mehr von seinen Glaubenssätzen und Gewohnheiten leiten als von der Bereitschaft, einfach einmal hinzuhören oder genau nachzulesen.

Deutlich geworden ist mir das wieder mal an der Berichterstattung über die Rede Ahmadinedschads am 26. September 2012 vor der UN-Volllversammlung. Dieser Mensch ist nun wahrlich kein Freund von mir, aber trotzdem sollte berichtet werden, was er tatsächlich gesagt hat und nicht, wodurch Denkschablonen am simpelsten bedient werden sollen.

„Ahmadinedschad wettert gegen unzivilisierte Zionisten“, titelte der >>>Spiegel am selben Tag und setzte damit einen klaren Akzent, der später auch in der weiteren Berichterstattung zu beobachten war. „Provokateur fühlt sich bedroht“, hieß es beispielsweise in der Nordsee-Zeitung.

Einen ganz anderen Akzent setzte das englischsprachige Medium >>>Aljazeera: „Mahmoud Ahmadinejad, Iran’s president, has accused the West of nuclear ‚intimidation‘ in speech to the UN general assembly which was boycotted by the US and Israel. But the Iranian president steered clear of toxic remarks about Israel“, stellt das Online-Medium fest. Also: Ahmadinedschad beschuldigt den Westen der nuklearen Einschüchterung und habe giftige Bemerkungen über Israel vermieden.

Wer sich aus Neugier etwas klüger machen möchte: Die Rede des iranischen Präsidenten ist auf den Seiten der Vereinten Nationen sowohl vollständig >>>als Video als auch als Text in einer kürzeren >>>offiziellen UN-Zusammenfassung sowie in einer >>>vollständigen Übersetzung) nachzuverfolgen.

Lässt mensch den Predigerton eines gläubigen Menschen einmal außer Acht, gibt es Anmerkungen über den Zustand der Welt, die zwar nicht die Sichtweise der gegenwärtigen Bestimmer-Nationen widerspiegeln, die aber meiner Ansicht nach viele richtige Hinweise aus der Perspektive der Bewegung der Blockfreien Staaten enthalten.

In einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung hätten solche Aussagen aus der Perspektive der Blockfreien sehr wohl ihren Platz finden müssen…

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