Die Nordsee-Zeitung macht einen allgemeinen Trend zum Beweis für die gewachsene Attraktivität Bremerhavens – Der Text ist korrekt, die Verfälschung liegt in der Überschrift…


Seestadtpresse Bremerhaven – „Das Haus auf Mallorca als Geldanlage“, lautet im Weser-Kurier vom 5. September 2012 die große Überschrift im Wirtschaftsteil. Die Erläuterung: Da es auf Geldanlagen kaum noch Zinsen gibt und Aktien gewisse Risiken mit sich bringen, „hält der Trend zu Investitionen in Immobilien an“.

Gut betuchte Leute, ist im WK zu lesen, möchten ihr Geld vor der Euro- und Schuldenkrise retten und flüchten daher – na, wohin? – in Sachwerte wie Gold und Immobilien.

Der Weser-Kurier über eine Folge der Flucht zum „Betongeld“: „In Städten wie Bremen, Berlin, Hamburg oder München steigen die Preise seit Monaten rasant…“ (Hervorhebungen DK).

Auch an Bremerhaven scheint dieser weltweit zu beobachtende Trend nicht vorbei zu gehen. Zwar vermelden die Experten keine besonders großen Sprünge bei den Immobilienpreisen in Bremerhaven, aber immerhin sei „die Aufwärtsentwicklung in den Havenwelten… schon augenfällig“, heißt es in der Nordsee-Zeitung vom 4. September 2012.

Also: In großen Städten steigen die Immobilienpreise rasant, in Bremerhaven in einem Quartier mit Luxuswohnungen „schon augenfällig„.

Soweit, so gut. Aber was macht die Nordsee-Zeitung aus diesem weltweiten Trend zur Geldanlage in Immobilien, insbesondere in Luxus-Immobilien?

Tatsächlich: In der Nordsee-Zeitung wird ein allgemein zu beobachtender Trend zu einem „Indikator für die wachsende Attraktivität des Standorts Bremerhaven“ zurechtgebogen.

Der Text liefert übrigens keine Begründung für diese Aussage in der Überschrift. Dort wird das Bremerhavener Geschehen korrekt erläutert, auch wenn eine relativierende Bemerkung über die Immobilienmärkte andernorts vielleicht nicht schlecht gewesen wäre…

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