Radfahren in Bremerhaven fördert immer wieder Kuriositäten zutage…


Seestadtpresse Bremerhaven – Wer in Bremerhaven mit dem Rad unterwegs ist, kann durchaus auf gut ausgebauten Radwegen fahren. Meine grundsätzliche Kritik: Es fehlt ein zusammenhängend geplantes und ausgebautes Radwegenetz, so wie es für den Autoverkehr selbstverständlich vorhanden ist und ständig weiter verfeinert wird.

Auffällig sind aber auch Kuriositäten. Manche sind seit langem bekannt und werden oft kritisiert – leider ohne Folgen. Daher scheinen mir Erinnerungen angebracht.

Ein Beispiel: Ich fahre in der Urlaubszeit an einem Freitagmittag durch die Fußgängerzone und erkenne auf den ersten Blick, dass hier das Radfahrverbot vollkommen gerechtfertigt ist. Die Erlaubnis zum Radfahren wäre für Mensch und Tier geradezu lebensgefährlich, wie das folgende Foto überdeutlich zeigt.

Zweites Beispiel: Ich fahre um dieselbe Zeit auf dem Weserdeich und sehe: Auch hier wäre das Radfahren viel zu gefährlich. Das existierende ganzjährige Verbot für Radfahrer ist eine Notwendigkeit, wie auf dem Foto ohne irgendeinen Zweifel zu erkennen ist:

Drittes Beispiel: Ich setze meine Fahrt durch den Überseehafen fort und werde vor der neuen Kaiserschleuse aufgefordert, von meinem Fahrrad abzusteigen. Kein Zweifel: Auch hier sind die Verkehrsplaner von unüberbietbarer Weisheit geschlagen.

Was ich damit sagen will: Was in anderen Städten für den Radverkehr möglich ist, sollte auch in Bremerhaven möglich sein. Die Koexistenz unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer funktioniert, wie zahlreiche Beispiele zeigen. Das gilt insbesondere für Radfahrer und Fußgänger. Gelegentliche Konflikte beweisen nicht das Gegenteil.

Ich weiß: Es hat einmal in der Fußgängerzone einen Unfall mit einem rasenden Radfahrer gegeben. Aber wenn solche Maßstäbe auch für den Autoverkehr angewendet würden, müssten sämtliche Straßen in Bremerhaven auf einen Schlag für sämtliche Kraftfahrzeuge gesperrt werden.

Eine Antwort zu Radfahren in Bremerhaven fördert immer wieder Kuriositäten zutage…

  1. Christian Peters sagt:

    Chapó!
    Die Bilder zeigen ein bundesweit auftretendes Phänomen: Politiker aller Parteien loben den Faktor Umweltschutz (Lärm, Flächenverbrauch, CO2-Bilanz …), die leichte Verfügbarkeit dieses Verkehrsmittels und andere Vorteile besonders auf kurzen Strecken in urbanen Gebieten. Sie unterstützen Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ und preisen bei jeder Gelegenheit die Vorteile für Gesundheit und Wohlbefinden, wenn man denn mit dem Rad anstelle des Autos fährt. Doch in (fast) allen Städten gibt es bedeutende Wege, die für den Radverkehr nicht befahrbar sind. Das zentrale Argument ist immer die „Sicherheit“. Entweder die angeblich gefährdete Sicherheit der Fußgänger (Fußgängerzone) oder die angeblich gefährdete Sicherheit der Radfahrer (Schleuse). Leider fällt scheinbar niemanden in der Politik/Verwaltung auf, dass sie auf der einen Seite das Radfahren auf viel zu schmalen Fußwegen (Barkhausenstraße) verpflichtend anordnen aber die zum Teil 30 Meter breite Fußgängerzone sperren und damit ihre eigene Argumentation ad absurdum führen. Dazu bestimmt eine sehr seltsame Vorstellung von Rechtsstaatlichkeit das Handeln vieler Behördenmitarbeiter. In allen Bereichen wird die Gefahr, die eine Person gegenüber anderen Personen ausübt, beim Gefährder abgestellt. Nur im Straßenverkehr (Kfz-Verkehr !!!) ist dieses rechtsstaatliche Prinzip verdreht. Nicht der gefährdende Autofahrer muss auf der Schleuse Schrittgeschwindigkeit fahren, um Radfahrer nicht übermäßig zu gefährden, nein, der Radfahrer soll absteigen und auf dem Fußweg schieben. Dem Radfahrer wird damit auferlegt, die durch den Autofahrer verursachte Gefährdung abzustellen.
    In der Fußgängerzone ist es wieder richtig. Eine (vermeintliche) Gefährdung wird beim Verursacher abgestellt. Das Radfahren ist in den Kernzeiten untersagt. Ob hier allerdings eine das Normalmaß (z. B. Barkhausenstraße) übersteigende Gafahr von den Radfahrern ausgeht ist bis heute nicht belegt!!! Die Sperrung der Fußgängerzone hat also ausschließlich politische Gründe.
    Fazit: Der Radverkehr ist nur förderungswürdig, wenn er andere Verkehrsarten nicht behindert. Radverkehr wird immer noch als Freizeitaktivität wahrgenommen. Die Rechtslage (StVO und VwV zur StVO. ERA …) sind sowohl in der Politik als auch in der Verwaltung völlig unbekannte Schriften. Dieses Verhalten wird sich auch nur wenig ändern, solange in den Medien, hier die NZ, von Kampfradlern, die sich nicht an die Rageln halten, berichtet wird und Polizisten wie Herr Schurr auf 10 Fragen mit 8 falschen oder unvollständigen Antworten reagiert.
    PS: Die rechtswidrige Beschilderung an der Schleuse wird auf Initiative des ADFC-Bremerhavens entfernt.

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