Saudi-Arabien: Hinrichtung einer Frau wegen Hexerei (!) stößt auf erstaunlich wenig Interesse in unserer Presse…


Seestadtpresse Bremerhaven – Wer etwa die empörte flankierende Berichterstattung während des westlichen Kriegseinsatzes gegen Libyen beobachtet hat (beispielsweise über die angebliche medikamentöse Anstachelung der Vergewaltigungslust libyscher Soldaten), müsste eigentlich staunen, wie wenig Gewese gemacht wird über die mittelalterlichen Zustände in der verbündeten absoluten Monarchie Saudi-Arabien.

Die Hinrichtung wegen Hexerei (!) fand in der deutschen und internationalen westlichen Presse meistens nur in der Kuriositäten-Abteilung ihren Platz. Die Enthauptung fand bereits am 12. Dezember 2011 statt. Der Text oben zeigt ein Beispiel aus der Nordsee-Zeitung vom 13. Dezember 2011.

Was völlig fehlt (ich habe bisher nirgendwo ein Gegenbeispiel gefunden), ist das Berücksichtigen dieser mittelalterlichen Zustände in Saudi-Arabien in der Berichterstattung über die sonst nachdrücklich eingeforderten moralischen Vorbedingungen für politische Zusammenarbeit usw.

Und im Falle Saudi-Arabien geht es nun wirklich um weitaus mehr als um bloße Zusammenarbeit auf irgendeinem niedrig angesetzten Nicht-Angriffs- oder Gesprächs-Niveau.

Daher wird die moralische Doppelzüngigkeit westlicher Politik gegenüber anderen Staaten an diesen Hexerei-Beispiel wieder einmal so schön deutlich.

Hinweis: Auf dem Bremerhavener Blog Juwi’s Welt findet sich ein lesenswerter Beitrag zu dieser Problematik, die deutsche Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien bisher nicht einmal im Ansatz berührt…

10 Antworten zu Saudi-Arabien: Hinrichtung einer Frau wegen Hexerei (!) stößt auf erstaunlich wenig Interesse in unserer Presse…

  1. Peter Meyer sagt:

    Selbst wenn es in den größten Buchstaben, auf der ersten Seite, welcher Zeitung auch immer, steht, ändert sich nichts.
    Solange die Medien die Menschen staatlich legitimiert für dumm verkaufen können, bleibt das leider auch so.

  2. Freigeist sagt:

    Verschwiegen wird in diesem Zusammenhang auch stets, dass diese mittelalterliche Praxis den direkten Anordnung der Religion des Koran entspringt. In der wichtigsten Hadith, der Šahīh Al‐Bukhārī (ebenfalls Grundlage der Sharia) ist geschrieben:
    „Bajāla  Ibn  ‘Abda  sagte:  ‘Umar  Ibn  al‐Khattāb  schrieb
    mir:  „Töte  jeden Zauberer und  jede Zauberin.“,  er  sagte
    weiter: „Wir haben drei Zauberer hingerichtet.“ “
    Ebenso sind Strafen wie Steinigung, Verstümmelung, etc. vorgeschrieben.
    Soll eine solche unmenschliche Sichtweise bei uns unter den Schutz der Religionsfreiheit fallen?

  3. Zolkowski sagt:

    Ich möchte zu bedenken geben, dass wohl in den allermeisten Basistexten der großen Weltreligionen allerlei eigenartige Gedanken festgehalten wurden. Ich gestehe, dass dies auch mich als ungläubigen Freigeist irritiert.

    Allerdings lehne ich es ab, nur im Koran nach solchen Überbleibseln vergangener Jahrhunderte zu suchen. Da bietet die Bibel ebenso viel bunten Eigenartigkeitsstoff.

    Man nehme als Beispiel den 2. Mose, 21. Kapitel: „Wer Vater und Mutter schlägt, der soll des Todes sterben.“

    Oder an derselben Stelle: „Wer seinen Knecht oder seine Magd schlägt mit einem Stabe, daß sie sterben unter seinen Händen, der soll darum gestraft werden. Bleibt er aber einen oder zwei Tage am Leben, so soll er darum nicht gestraft werden; denn es ist sein Geld.“

    Das ist auch nicht gerade auf der Höhe der Zeit – oder? Es fällt aber trotzdem unter den Schutz der Religionsfreiheit.

  4. Freigeist sagt:

    @Zolkowski : Sicher, es gibt allerlei Seltsames zu finden, nur gibt es auf der ganzen Welt keinen Staat, dessen Gesetzbuch sich ausschließlich nach der Bibel richtet, nicht mal Polen oder Irland.
    Es sind Sammlungen biblischer Geschichten.

    Die Sharia hingegen gilt in immer mehr Ländern.
    Der Zentralrat der Muslime, via DITIB von Erdogahn gesteuert fordert die Einführung der Sharia in Deutschland.
    Der Koran gilt zeitlos und ist voll von klaren Anweisungen, scheinbare Widersprüche durch die Abrogation gelöst. Im Koran ist das Leben jedes Einzelnen bis ins kleinste Detail geregelt und gegen die Hadithen und den Koran darf sich kein Mohammedaner auflehnen.
    Wir machen uns berechtigte Sorgen um „Kirchen“ wie Scientology, lassen uns von Aussteigern beraten. Doch wenn die vom Verfassungsschutz als islamistisch und antidemokratisch eingestufte Milli Görös zusammen mit dem deutschen Kopf der Muslimbruderschaft Ibrahim Farouk El-Zayat in Bremerhaven eine Moschee baut, dann klatscht die SPD, die evangelische Kirche und die Nordseezeitung Beifall.
    Eine absurde Affenliebe.

  5. Zolkowski sagt:

    Ich gestehe, dass auch mich das gegenwärtige Aufwallen religiöser Strömungen allerorten etwas nervös macht.

    Ich weiß aber, dass es sehr viele Menschen gibt (und gegeben hat), die mit dem Koran im Herzen eine sehr offene und bewegliche Gesellschaft mitgestalten (und mitgestaltet haben). Offensichtlich ist der Koran doch nicht so hermetisch und absolut, wie es oft dargestellt wird (obwohl es selbstverständlich reaktionäre politische Kreise gibt, die den Koran als Waffe benutzen).

    Ich erinnere an lange zurückliegende Zeiten, in denen Spanien von Muslimen besetzt war. Das furchtbare Herumwüten religiöser Scharfmacher begann nach dem Vertreiben der Muslime, als die düsteren katholischen Herrscher wieder auf ihre Posten zurückgekehrt waren.

    Und auch nicht vergessen sollte man meiner Ansicht nach die amerikanischen fundamentalistischen Christen, für die die Bibel eben nicht nur eine Sammlung biblischer Geschichten ist. Daraus werden auch Anweisungen für das richtige Leben gesogen, die für Andersgläubige gleichermaßen gelten sollen.

    Ich bin kein Experte für solche Fragen, aber die meisten Religionen haben wohl ihre unangenehmen Scharfmacher, die es klein zu halten gilt.

    Diese Forderung gilt aber wirklich auch für alle Religionen, meine ich.

  6. Freigeist sagt:

    Es geht in den islamischen Ländern, und insbesondere in diesem Fall des Todesurteils wegen Hexerei, nicht um religiöse Scharfmacher oder eine „missbrauchte Religion“, sondern um die konkrete Umsetzung dessen, was im Koran und den Hadithen steht. Es gibt viele friedliche Moslems, aber es gibt keinen friedlichen Islam. Das ist der große Unterschied zu anderen Religionen. Das religiöse Vorbild im Islam war ein Eroberer, Sklavenhalter und seine Lieblings“frau“ war 6 Jahre alt!
    Was die Kirchen im Mittelalter taten läßt sich mit dem Vorbild ihres Religionsstifters nicht in Einklang bringen, was die Attentäter vom 9/11 taten mit dem ihren jedoch absolut.
    Und nur kurz zu Al-Andalus: Wieviel Naivität gehört dazu, um zu glauben, dass Eroberer friedlich und tolerant sein können?
    Die dikriminierende Kleidung für Juden hat nicht Hitler erfunden. Das wurde bereits von den Moslems in Spanien eingeführt (auch für Christen). Der Propagandabegriff für Juden und Christen ist im Islam ist Dhimmi (Schutzbefohlener). Unter Schutzgeldzahlung und dem Bekenntnis, dass die eigene Religion minderwertig sei, durften diejenigen weiterleben, die nicht willkürlicher Gewalt zum Opfer fielen. Erinnert irgendwie an die Mafia, die das Prinzip später übernommen hat. Eine wunderbare Zeit der Toleranz!
    Islamische Länder erkennen auch die Menschenrechtserklärung nicht an, da sie nicht mit der Sharia in Einklang zu bringen ist.
    Wie gefährlich diese Denkweise ist zeigt sich z.B. in Malmö. Von dort fliehen Juden nach Israel, um der sich ausweitenden Gewalt von Anhängern dieser Religion zu entgehen.

  7. Zolkowski sagt:

    Also, nun ist es genug, lieber „Freigeist“!

    In der Weltgeschichte hat es viele Eroberer gegeben, die ihre Religion dazu als Rechtfertigung benutzt haben.

    Und wenn wir das jüngst halbe Jahrtausend betrachten, dann waren die CHRISTEN daran in aller Welt federführend beteiligt! Und auch sie haben die angebliche Minderwertigkeit anderer Religionen wacker als Begründung genommen, um ganze Völkerschaften zu massakrieren.

    Und was unter der Fahne der Menschenrechte bis in die heutige alles angerichtet werden konnte, brauche ich Ihnen nicht zu weiter zu erläutern. Da kann die Nichtbeachtung der Menschenrechte bei einem libyschen Tyrannen einen mörderischen Krieg der westlichen Staatengemeinschaft rechtfertigen, während derselbe Tatbestand im Falle Saudi-Arabiens zu einer erstklassigen Partnerschaft führt.

    Mit Religion und Menschenrechten scheint das alles nicht viel zu tun zu haben, dafür um so mehr mit Machtbesessenheiten.

    Keine Ideologie und keine Religion ist vor Missbrauch durch die Mächtigen und Machtbesessenen geschützt! Für das Christentum gilt das in besonderem Maße, wie der Blick in vergangene Jahrhunderte zeigt.

    Und noch etwas: Wer meint, einen einzigen entscheidenden Faden für sein Weltbild gefunden zu haben, befindet sich meistens auf dem Holzweg.

    • Zolkowski sagt:

      Zu diesen Fragen habe ich noch einen Literatur-Tipp beizusteuern: Jürgen Todenhöfer, Feindbild Islam. Zehn Thesen gegen den Hass, Bertelsmann 2011.

      Einige Zitate: „Der Westen ist viel gewalttätiger als die muslimische Welt. Millionen arabische Zivilisten wurden seit Beginn der Kolonialisierung getötet.“

      „Nicht ein einziges Mal in den letzten zweihundert Jahren hat ein muslimisches Land ein westliches Land angegriffen. Angreifer waren immer die europäischen Großmächte oder die USA.“

      „Muslime waren und sind mindestens so tolerant wie Juden und Christen. Sie haben die westliche Kultur entscheidend mitgeprägt.“

      Ich empfehle das Buch mit Nachdruck, weil Todenhöfer nicht nur sehr engagiert argumentiert, sondern auch sehr konkret und anschaulich.

  8. Freigeist sagt:

    Also, nun ist es wirklich genug, lieber “Zolkowski”!
    Sie meinen mein Weltbild bestünde nur aus einem Faden? Ja, wenn es Sie glücklich macht, so dass Sie sich mit Fakten, die Ihr Weltbild gefährden, nicht auseinandersetzen müssen, dann glauben Sie das gern weiter.
    Ich habe ihnen die religiöse Basis des Hexereiurteils gegeben, aber Sie möchten das nur als „Religionsmissbrauch“ auslegen. Ich habe differenziert zwischen friedlichen Mohammedanern und dem kriegerischen Islam (das hat übrigends Kar Marx auch schon vertanden: „Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist ‚harby‘, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen.“ – Karl Marx – Marx-Engels-Werke, Band 10, S. 170.), Sie aber sprechen davon, dass Christen religiös motiviert morden würden.
    Sie gehen sogar soweit, dass sie die Eroberung und Unterwerfung Andalusiens als Zeit der Toleranz verklären!
    Die kritische Hinterfragung zur Verteufelung der Frensenstrasse fand ich sehr gut – wäre ein Anzeichen für einen Freigeist. Die einseitige Sichtweise: „Westen böse – Alles aus dem Ausland gut! Nazis sind Deutsche – Graue Wölfe und Milli Görüs Kulturbereicherung“ ist einfach nur erschreckend.
    Wenn Kritiker einer Ideologie nicht mal mehr im Westen vor Ermordung sicher sind, wenn Aufführungen von Mozart abgesetzt werden, wenn Schwimmbäder für Frauen aus religiösen Motiven reserviert werden, wenn in Schulen auf Schweinefleisch verzichtet wird um niemanden zu „vergiften“, aus Weihnachtsfeiern Winterfeste werden, wenn Menschen die aus dem Iran hierher geflohen sind, hier erneut auf Verfolgung durch Mohammedaner treffen, dann hat sich diese Kultur bereits der „Religon des Friedens“ ergeben.

    Und Christen werden ja auch nciht verfolgt und ermordet. Und der „Arabische Frühling“ führt nicht zur Einführung der mittelalterlichen Sharia in allen arabischen Ländern!
    Aber, dass Alles hat wirklich nichts mit dem Islam zu tun!
    Viel Spaß in Ihrer kleinen Welt!

  9. Freigeist sagt:

    P.S.: Literatur:

    Vielleicht sollten Sie mal etwas lesen von Menschen, die sich mit dieser Ideologie wirklich auskennen.

    Z.B. Prof. Mark A. Gabriel, dem ehem. jüngsten Prof. für Islamwissenschaften der Universität Kairo,

    oder Ayaan Hirsi Ali, die wegen der Morddrohungen aus den Niederlanden in die USA fliehen musste, nachdem ihr Freund Theo van Gogh für seine Islamkritik ermordet wurde.

    Gibt es da irgendwelche Parallelen zu den 30ern in Deutschland?

    Manfred Kleine-Hartlage:Das Dschihadsystem – Wie der Islam funktioniert die Analyse eines Soziologen

    Und wenn Sie die Toleranz des Islam mal so richtig erleben wollen, dann gehen sie mit einem Davidssternanstecker doch mal in London durch den HydePark, oder Berlin Neuköln.
    In London gibt es inzwischen bereits Sharia-Zonen, deren Einhaltung von selbsternannter Polizei kontrolliert wird. Es gibt unzählige Sharia Gerichte, die in „Zivilfragen“ „Recht“ sprechen dürfen.
    In Paris werden für Freitagsgebete ganze Strassenzüge von Mohammedanern besetzt.
    Oder gehen Sie zu einer Moschee und diskutieren Sie darüber, dass Männer ihre Frauen nicht schlagen dürfen, wie es ihnen laut Sure 4, 34 erlaubt ist.
    Also, das Kamerateam aus Frankfurt wurde zusammengeschlagen. Sicher ein Einzelfall….

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