Nordsee-Zeitung verfälscht eigene Berichterstattung durch eine Überschrift mit politischer Schlagseite…


Seestadtpresse Bremerhaven – Die von der Nordsee-Zeitung befeuerte Aufregung über den Termin der Mitteilung (!) der höheren Kosten beim Bau der Kaiserschleuse wirkt zwar ein wenig aufgeblasen, aber Kritik ist ja erst einmal nichts Schlechtes, weil sie zur Nachprüfung anregt.

Ein Beispiel, wie es aber meiner Ansicht nach nicht gehen sollte, liefert die Nordsee-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 1. Dezember 2011. Auf der Titelseite heißt die Überschrift noch korrekt „Schlagabtausch mit dem Hafensenator“. Im Text wird erläutert, dass die CDU heftige Kritik geäußert habe, die vom Senator zurückgewiesen wurde.

Bis zum Lokalteil auf Seite 11 hat sich an dem geschilderten Tatbestand selbstverständlich nichts geändert, aber durch die gewählte Überschrift erhält die Angelegenheit eine heftige politische Schlagseite zugunsten der CDU.

Die NZ-Redaktion macht aus der Kritik der CDU einen nicht mehr zu bestreitenden Tatbestand, denn nun steht der Senator angeblich ganz objektiv „am Pranger“ – an einer Stelle also, an der im Mittelalter überführte Übeltäter ihren Platz fanden.

Etwas genauer hätte die Überschrift vielleicht lauten können: „Hafensenator am Pranger der CDU„. Noch besser wäre wohl gewesen: „Hafensenator unter heftigem Beschuss der CDU“.

Aber das alleswar der NZ-Redaktion offensichtlich nicht knackig genug.

Tja, so ist das: Wahrheiten klingen nicht immer ganz so knackig wie Unwahrheiten.

Der Weser-Kurier ist übrigens in seiner Ausgabe vom 1. Dezember 2012 korrekt vorgegangen und spiegelt in der Überschrift den sachlichen Inhalt des Beitrags. Und ganz nebenbei wird deutlich: Auch Wahrheiten können gelegentlich ganz knackig formuliert werden.

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