Bertelsmann setzt Bremerhaven auf den letzten Platz im Bildungsranking – Nordsee-Zeitung will sich aber wohl nicht mit „dieser Stadt“ anlegen…


Seestadtpresse Bremerhaven – Die >>>jüngste Bertelsmann-Studie über die deutsche Bildungslandschaft (Titel: „Deutscher Lernatlas“) ist wie zu erwarten flott durch die hiesigen Medien gerauscht.

Die Nordsee-Zeitung (NZ) hat sich zurückgehalten. Sie hätte – wie beispielsweise am 4. November 2011 zum Thema Überschuldung – erneut melden können „Bremerhaven wieder Letzter“, denn die Seestadt belegt unter den 56 kreisfreien kleinen und mittleren Großstädten in diesem kuriosen Bildungsranking tatsächlich exakt den 56. Platz.

Vielleicht hat sich die Redaktion zurückgehalten, damit ihr „diese Stadt“ (!) (zur Erinnerung >>>kann hier geklickt werden) nicht vorhalten kann, die NZ nutze jede Gelegenheit, um Bremerhaven negativ in die Schlagzeilen zu bringen.

Die Nordsee-Zeitung beschränkte sich folglich darauf, Bremerhaven im gesamten Norden zu verstecken. Überschrift am 22. November 2011 auf der Titelseite: „Schlusslichter beim lebenslangen Lernen. Deutscher Lernatlas verweist die Länder Niedersachsen, Bremen und Hamburg auf die hinteren Ränge“.  Bremerhavens letzter Platz wird nicht besonders erwähnt, und das ist wohl auch nicht so ganz in Ordnung.

Denkbar gewesen wäre beispielsweise ein kritischer Blick auf die Bertelsmann-Stiftung. So erinnert die >>>Neue Zürcher Zeitung am 8. November 2011 in einer Besprechung der Lebenserinnerungen von Liz Mohn an die häufig geäußerte grundsätzliche Kritik, „die Stiftung finanziere sich dank Steuererlass zum großen Teil aus öffentlichen Geldern, sie fördere nur eigene Projekte und vermenge dabei Interessen der Firma mit Interessen der Allgemeinheit„.

Die Neue Zürcher Zeitung sieht eine mögliche Erklärung für ein solches Agieren der Stiftung „in ihrer mangelnden Unabhängigkeit von einer Firma, deren Manager traditionell die Stiftung führen…“ Diese Problematik der Bertelsmann-Stiftung ist auch in der Seestadtpresse bereits einmal angesprochen worden, und zwar >>>hier.

In diesem Sinne charakterisiert Norbert Lieb, der Mitherausgeber der >>>Nachdenkseiten, die angebliche Studie als „Vermarktungsstrategie der Bertelsmann-Stiftung“.

Die Veröffentlichung sei Bestandteil eines „scheinheiligen Doppelspiels“, denn in der Stiftung werde für soziales und persönliches Lernen geworben, während der Bertelsmann-Konzern „den Löwenanteil seines Gewinns mit einem Schmuddel-Sender einstreicht“ (gemeint ist RTL), so Lieb.

Wie gesagt: Solch eine (hier nur angedeutete) kritische Durchleuchtung von Hintergründen könnte einer Lokalzeitung durchaus gut zu Gesicht stehen.

Selbstverständlich geht’s auch so, wenn’s nicht anders geht, weil man nicht anders kann oder nicht anders will.

Eine Antwort zu Bertelsmann setzt Bremerhaven auf den letzten Platz im Bildungsranking – Nordsee-Zeitung will sich aber wohl nicht mit „dieser Stadt“ anlegen…

  1. Florian sagt:

    Hallo Detlef,

    ich bin durch einen Fecebook Link auf deine Seite aufmerksam geworden und habe etwas gestöbert und dann zufällig diesen Artikel über die NZ und den DLA gelesen. Zu der NZ Sache kann ich mich als mittlerweile fast völlig assimilierter Kieler nicht äußern, wohl aber zum DLA und der Kritik an der Bertelsmann-Stiftung. Wie der Zufall es will, war die Mutterfirma meiner Firma mit der gesamten statistischen Auswertung beauftragt. Politische Einflussnahme von Seiten der Bertelsmänner gab es nicht! Das fällt eigentlich schon dadurch auf, dass Gütersloh auch ziemlich bescheiden abschneidet… Das Schöne am DLA – und das wurde bislang fast nirgendwo kommuniziert – ist eigentlich die vieldimensionalle Fassung des Begriffs „lebenslanges Lernen“, der als Schlagwort seit Jahren in der Politik rumgeistert, aber leider ziemlich inhaltsleer war. Hierbei ist vor allem zu beachten, dass etliche Faktoren, die das Ranking beeinflussen, mit sehr wenig finanziellem Einsatz verbessert werden könnten. Hoffentlich bewegt sich die Diskussion auch mal zu diesen Punkten hin.

    Liebe Grüße,
    Florian Siedenburg

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