Jubelmeldungen vom Ausbildungsmarkt sind nichts als eine „Fata Morgana“, so der DGB – Zeitungen wie die Nordsee-Zeitung spielen das Lügenspiel mit…


Seestadtpresse Bremerhaven – Über den Ausbildungsmarkt wird dem Publikum Jahr für Jahr dieselbe Lüge hergeleiert. Der Kern der Lüge: Eigentlich ist alles in Ordnung, weil sich Angebot und Nachfrage einigermaßen im Lot befinden.

Urheber der positiven Meldungen wie hier in der Nordsee-Zeitung vom 8. November 2011 ist die Agentur für Arbeit, die ihre Pressekonferenzen zur Bilanz am Ausbildungsmarkt bereits seit längerer Zeit gemeinsam mit ihren engen Kooperationspartnern von der Industrie-und Handelskammer Bremerhaven und der Kreishandwerkerschaft durchführt.

Überschrift der „gemeinsamen“ (!) Pressemitteilung: „Aufschwung auf dem Ausbildungsmarkt“. Dieser gezielt gestreute Unsinn könnte vermieden werden, wenn beispielsweise die Arbeitnehmerkammer oder die Gewerkschaften ebenfalls als Teilnehmer solcher Presseveranstaltungen einbezogen würden.

Ich verweise hier nur beispielhaft auf die Stellungnahme des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). „Ausbildungsmarkt: Entspannte Lage bleibt Fata Morgana“, lautet die Überschrift. „Der Pakt zählt noch immer 65.200 Jugendliche als versorgt, die sich mit Bewerbungstrainings, Einstiegsqualifizierungen und Praktika über Wasser halten, aber trotzdem ihren Wunsch nach einem Ausbildungsplatz weiter aufrecht erhalten. So wird der Blick auf die Lage am Ausbildungsmarkt verstellt. Zählt man diese Bewerberinnen und Bewerber auch als unversorgt, so suchen noch 76.800 junge Menschen einen Ausbildungsplatz – und das bei 29.700 offenen Plätzen. In Wahrheit übersteigt die Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber noch immer die Zahl der offenen Plätze um mehr als das Doppelte.“

Und: „Die Rechentricks der Pakt-Partner haben fatale Folgen: Während der Ausbildungspakt Jahr für Jahr eine entspannte Lage verkündet, ist gleichzeitig laut Statistischem Bundesamt die Zahl der jungen Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung im Alter von 20 bis 29 Jahren mittlerweile auf 1,5 Millionen angestiegen. Das sind immerhin rund 17 Prozent dieser Altersgruppe.“

Ähnlich wird auf einer Webseite der Gewerkschaftsjugend des DGB argumentiert. Die ausführlicheren Erläuterungen sind hier nachzulesen.

Das alles beschreibt eine Tatsache, über die sich jeder informieren kann, der einfach einmal in unseren weiterführenden Schulen nachfragt. Die jungen Leute befinden sich dort in großer Zahl in nichts anderem als Warteschleifen, weil sie eben keine der von ihnen gewünschten Berufsausbildungen beginnen konnten.

Aber sie werden nicht mitgezählt, weil sie im öffentlichen Schulwesen unauffällig aufbewahrt werden und damit fälschlicherweise als „versorgt“ eingestuft werden.

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