Der bisherige Bremerhavener Tourismus-Chef Kölling fand laut Nordsee-Zeitung keinen Zugang zu „dieser Stadt“ – Aber wer ist „diese Stadt“?


Seestadtpresse Bremerhaven – Der bisherige Chef der Bremerhavener Tourismusförderung Volker Kölling wurde vom SPD-Oberbürgermeister Melf Grantz rausgeworfen. Laut Kölling soll durch diesen Schritt erreicht werden, „die gute Arbeit der (Wirtschaftsförderungsgesellschaft) BIS nicht weiterhin den Angriffen Dritter auszusetzen„.

Wer sind diese „Dritten“ als Verursacher seines Rauswurfs?

Es lässt sich nicht nur erahnen, dass damit unter anderem die Nordsee-Zeitung, die sehr eng mit ihr verbundenen Führungskreise der Industrie- und Handelskammer (IHK) und auch ein Mitarbeiter der Magistratskanzlei namens Ralf Meyer gemeint sind.

Abzulesen ist die Richtigkeit dieser Vermutung aus dem Kommentar in der Nordsee-Zeitung vom 8. Oktober 2011, den der selbsternannte NZ-Experte für „politische Hygiene“ (!) verfasst hat. Seine „Wahrheit“ formuliert er „hart, aber einfach“ folgendermaßen: „Volker Kölling war nicht der richtige Mann, um der Tourismusförderung in Bremerhaven die dringend notwendigen Impulse zu geben.“ Es folgt seine Erläuterung, warum denn Kölling nicht dieser „richtige Mann“ gewesen sein soll: „Volker Kölling hat bis zum Schluss keinen Zugang zu dieser Stadt gefunden…“, lautet die Formulierung.

Da sind wir wohl beim Kern: Was hier als „diese Stadt“ ins Feld geführt wird, das sind nach der Definition der führenden Kreise natürlich stets die führenden Kreise dieser Stadt selbst.

Im Klartext: Volker Kölling hat keinen Zugang zu diesen führenden Kreisen gefunden, weil er viel zu unkonventionell aufgetreten ist.

Ein Beispiel: Nicht nur mir ist aufgefallen, dass auf der letzten sommerlichen Großveranstaltung keiner der sonst stets üblichen offiziellen BIS-Empfänge auf einem Schiff stattfand. Zu hören ist, dies sei als Einsparmaßnahme der BIS wegen gekürzter Zuschüsse geschehen.

Das muss sich mal einer vorstellen: Da kürzt ein BIS-Chef das kostenlose Trinken und Futtern für die führenden Kreise dieser Stadt einfach weg.

Da ist es doch völlig klar, dass er keinen Zugang zu ihnen findet, wenn er sie so verprellt. Über Proteste „dieser Stadt“ gegen diese ungewöhnliche Einsparung auf Kosten (der Oberen) „dieser Stadt“ darf sich Kölling nun wirklich nicht wundern.

Und Ralf Meyer? Manche werden sich erinnern, mit welchem Nachdruck er seinerzeit von der Nordsee-Zeitung und den führenden Kreisen als Nachfolger von Hennig Goes propagiert wurde. Aber nicht einmal die Drohung, der herausragende Mann werde dann durch Abwanderung nach Wilhelmshaven verloren gehen, halfen. Am Ende wurde Kölling zum Goes-Nachfolger ernannt.

Und was schreibt nun die Nordsee-Zeitung am 8. Oktober 2011 am Ende ihres Artikels unter der Überschrift „Volker Kölling muss gehen“? „Ein Kandidat für die Kölling-Nachfolge dürfte wieder Dr. Ralf Meyer sein. Der Chef des Wirtschaftsreferats zählte schon einmal zu den aussichtsreichsten Kandidaten, wurde aber von der CDU verhindert, die ihn partout nicht haben wollte.“

Da spricht aus der Nordsee-Zeitung wieder unüberhörbar die Stimme „dieser Stadt“.

Mensch darf gespannt sein, ob die Grünen irgendwelche Gründe sehen, das merkwürdige Spiel um einflussreiche Chefposten nicht mitzuspielen.

3 Antworten zu Der bisherige Bremerhavener Tourismus-Chef Kölling fand laut Nordsee-Zeitung keinen Zugang zu „dieser Stadt“ – Aber wer ist „diese Stadt“?

  1. […] Solche Leute wurden nur dann durch die Nordsee-Zeitung ins Visier genommen, wenn sie nicht zu den führenden Kreisen „dieser Stadt“ gehörten und wenn sie diesen Kreisen irgendwie in die Quere gekommen […]

  2. C. Uhde sagt:

    Ich weiß auch nicht, wen die NZ mit “ diese Stadt“ gemeint hat. Um auf einen Teil dieser Stadt zu sprechen zu kommen, den Werbegemeinschaften der einzelnen Stadtteile und deren Zusdammenschluss, der MBQ: Mir ist nicht bekannt, ob Herr Kölling Kontakt aufgenommen und seine Stadtmarketingansichten vorgestellt hat. Zu diesem Teil der Stadt hat er wahrscheinlich keinen Zugang gefunden.

  3. […] die Redaktion zurückgehalten, damit ihr „diese Stadt“ (!) (zur Erinnerung >>>kann hier geklickt werden) nicht vorhalten kann, die NZ nutze jede Gelegenheit, um Bremerhaven negativ in die Schlagzeilen zu […]

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