Solidarische Hilfe weiter in Not – Vor der Wahl gab es Versprechungen, jetzt gar nichts mehr, lautet ihre Kritik…


Seestadtpresse Bremerhaven – Die von vielen Menschen in unserer Stadt dringend benötigte Beratungseinrichtung „Solidarische Hilfe“ ist seit längerer Zeit in Existenznot.

Vor der Wahl gab es aus der Politik Hilfszusagen, nach der Wahl will niemand mehr etwas von den Versprechungen wissen, stellt die Solidarische Hilfe in einer Pressemitteilung vom 1. September 2011 fest.

Kernpunkt ist die „Weiterbeschäftigung zweier fähiger Fachfrauen“, heißt es in der Pressemitteilung. „Wenn sie nicht mehr beschäftigt werden können, bleibt mit einer Beratungskraft nicht mehr viel zu helfen und zu beraten. Die Arbeit ist nicht zu schaffen. 25 Leute an einem Tag kann man alleine nicht vernünftig beraten.

Nach dem Alarmruf habe es „viele ermutigende Worte und auch Versprechungen“ gegeben. Auch Oberbürgermeister Melf Grantz, der bekanntlich nicht der Oberbürgermeister einer Klassengesellschaft sein möchte, versprach nach Auskunft der Solidarischen Hilfe, mit den Zuständigen zu reden.

Nach einer Demonstration am 9. Mai sagte Stadtrat Klaus Rosche die Bewilligung von zwei Maßnahmen nach dem SGB II (Bürgerarbeit und 50+) zu, so die Solidarische Hilfe. Hinzu kommen sollten Mittel des Arbeitsförderungszentrums (AFZ) und des Magistrats.

„Herr Rosche bat um Geheimhaltung“, teilt die Solidarische Hilfe mit und lernte dann die Konsequenzen dieser Geheimhaltung kennen: „Das blieb dann so geheim, dass kurze Zeit später niemand etwas davon wusste oder gesagt haben wollte.“

Nach der Wahl am 22. Mai blieb alles ruhig, da kurz danach die Sommerpause begann. Allerdings sei am 31. Mai eine e-Mail vom Stadtrat Klaus Rosche,  der zu seinem Bedauern mitteilte, „es sei nichts zu machen“.

Kommentar der Solidarischen Hilfe: „So geht Politik heute. Nach der Wahl ist nicht vor den Wahl.“

Ihre Frage: „Ist das Betrug, Lüge, Gleichgültigkeit? Ist es egal, ob eine unabhängige Beratungsstelle funktioniert und gute Arbeit leistet? Oder ist man froh, wenn sie schließt?“

Trotz dieser traurigen Erfahrungen demonstriert die Solidarische Hilfe Entschlossenheit. „Wir werden nicht schließen“, teilt sie mit. „Wir werden so lange es geht ehrenamtlich arbeiten und wenn ein paar Spender-Euro übrig sind weitermachen. Zu dritt. Wenn, – ja wenn das Jobcenter uns als Hartz- IV-Bezieher nicht mit ‚Trainingsmaßnahmen‘ oder anderen unsinnigen Auflagen davon abhält.“

Ein bisschen Hoffnung bleibt: „Den Schaden in unserem Fall tragen beträchtliche Teile der von knappem Geld und knappen Lebensmitteln gebeutelten Leher Bevölkerung.“

Und: „Noch ist es nicht zu spät, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen.“

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