Auch konservative Menschen warnen vor den simplen Rezepten der Tea-Party-Bewegung – Sie nützen nur der „neuen Oligarchie des Geldes“…


Seestadtpresse Bremerhaven – Was in den USA politisch oder wirtschaftlich passiert, gibt stets einen Vorgeschmack auf das, was auch uns in Europa und Deutschland passieren wird.

Wer also genau darauf achtet, wie sich die politische Rechte in den USA gegenwärtig aufführt, kann erkennen, in welche Richtung der Zug fährt. Deshalb sind kluge Analysen dieser Entwicklung auch für uns von größter Bedeutung. (Siehe dazu auch >>>meinen Beitrag über Frank Schirrmacher und Charles Moore.)

Ich empfehle daher mit Nachdruck die Lektüre eines Textes von Constantin Seibt in der >>>Schweizer Zeitung „Tages-Anzeiger“ vom 8. August 2011.

Seibt nimmt die Erschütterung aufrechter Konservativer zum Anlass, um die hetzerische Tea-Party-Bewegung unter die Lupe zu nehmen. Sie habe mit dem politischen Rezept vermeintlich ganz einfacher Lösungen für tatsächlich höchst komplizierte Probleme ihre bisherigen Erfolge eingefahren und dabei Verheerungen im politischen Leben angerichtet.

Besonders gut zu erkennen sei das in der aktuellen Finanzkrise. Seibt: „Es ist kein Zufall, dass die Finanzmärkte in den letzten 15 Jahren die Treiber der Politik sind. Vor der Krise wurden sie mit Gefälligkeiten aller Art umworben; nach der Krise mit tausenden Milliarden gerettet; heute sind sie auf der Jagd nach den verschuldeten Rettern. So dass die reichsten Staaten der Welt vor dem Bankrott stehen.“

Seibt merkt an, dass die Bankenrettung „das teuerste Unternehmen der Menschheitsgeschichte“ gewesen sei und etwa zehnmal so hohe Kosten verursacht habe wie der Zweite Weltkrieg. Die entscheidende Folge dieser Politik sei eine wachsende Arbeitslosigkeit als Folge drastischer Sparprogramme zur Sanierung der Staatshaushalte. Profiteure einer solchen Politik sind allein die Super-Reichen.

Deshalb sieht der Autor die Pflicht, gegen eine solche Auflösung der Demokratie zum alleinigen Vorteil einer reichen Oligarchie vorzugehen.

Sein Appell: „Es lohnt sich, gegen die neue Rechte anzutreten: Sie sind keine konservative Partei, sondern eine revolutionäre. Sie sind eine Gefahr für die Wirtschaft. Sie sind Totengräber der Mittelklasse. Und Verbündete einer neuen Oligarchie des Geldes. Sie sind die Feinde der Zivilisation.

Anzufügen ist hier der Hinweis auf einen >>>Text des ebenfalls konservativen Journalisten Michael Spreng. Zitat: „So übergab die Politik die Macht an demokratisch nicht legitimierte, von Gier und Habgier getriebene Finanzmanager, die noch nie einen Mehrwert geschaffen haben, die kein Brot backen, kein Auto herstellen und keine Maschine bauen können. Und die nicht für Hungerlöhne Demenzkranke pflegen. Man muss kein Linker sein, um von der drohenden Weltherrschaft des internationalen Finanzkomplexes zu sprechen. Das Primat der Politik ging Anfang des 21. Jahrhunderts verloren, werden einst die Historiker diagnostizieren.“

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