Das verhängnisvolle Wirken der globalen „Spekulations-Banditen“ – Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler in einer unerwünschten Rede…


Seestadtpresse Bremerhaven – Wer die anlässlich der Salzburger Festspiele nicht gehaltene Rede des Schweizer Soziologen Jean Ziegler lesen möchte, kann das durch einen Klick an dieser Stelle tun.

Zusatzhinweis vom 30. Juli 2011: Über Youtube lässt sich die Ziegler-Rede ebenfalls ansehen und anhören.

Der zweite Teil der Rede folgt hier:

Der Anfang seiner bedrückend klaren Rede: „Sehr verehrte Damen und Herren, alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. 37.000 Menschen verhungern jeden Tag und fast eine Milliarde sind permanent schwerstens unterernährt. Und derselbe World-Food-Report der FAO, der alljährlich diese Opferzahlen gibt, sagt, dass die Weltlandwirtschaft in der heutigen Phase ihrer Entwicklung problemlos das Doppelte der Weltbevölkerung normal ernähren könnte.“

Zieglers Schlussfolgerung: „Es gibt keinen objektiven Mangel, also keine Fatalität für das tägliche Massaker des Hungers, das in eisiger Normalität vor sich geht. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“

Eine zentrale Erklärung für die völlige Unterfinanzierung der Welternährungshilfe: „Weil die reichen Geberländer – insbesondere die EU-Staaten, die USA, Kanada und Australien – viele tausend Milliarden Euro und Dollars ihren einheimischen Bank-Halunken bezahlen mussten: zur Wiederbelebung des Interbanken-Kredits zur Rettung der Spekulations-Banditen. Für die humanitäre Soforthilfe (und die reguläre Entwicklungshilfe) blieb und bleibt praktisch kein Geld.“

Und so erläutert Jean Ziegler die Hintergründe des gruseligen Geschehens auf unserer Welt: „Vergangenes Jahr – laut Weltbankstatistik – haben die 500 größten Privatkonzerne, alle Sektoren zusammen genommen, 52,8% des Welt-Bruttosozialproduktes, also aller in einem Jahr auf der Welt produzierten Reichtümer, kontrolliert. Die total entfesselte, sozial völlig unkontrollierte Profitmaximierung ist ihre Strategie. Es ist gleichgültig, welcher Mensch an der Spitze des Konzerns steht. Es geht nicht um seine Emotionen, sein Wissen, seine Gefühle. Es geht um die strukturelle Gewalt des Kapitals.

Wer diese Analyse in Verbindung mit Zieglers radikalen Forderungen in unseren durchschnittlichen Medien sucht, der sucht meistens vergeblich. Auch das erklärt den aktuellen Zustand unserer Welt…

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