Fußgänger und Radfahrer werden in Bremerhaven eher stiefmütterlich behandelt – Die Nordsee-Zeitung trägt dazu deutlich erkennbar bei…


Seestadtpresse Bremerhaven – Verkehrspolitik liefert sehr schöne Beispiele, um das Funktionieren der Mainstream-Presse zu illustrieren, meint auch Seestadtpresse-Leser Christian Peters.

Seiner Meinung nach bedient die heimische Nordsee-Zeitung die Leserschaft mit dem verkehrspolitischen Gedankengut aus den 70er Jahren. Diese grundsätzliche Orientierung ändert sich selbstverständlich nicht dadurch, dass gelegentlich eine Agenturmeldung ins Blatt gerät, über der beispielsweise die Überschrift „Mehr Geld für Fahrradwege gefordert“ zu lesen ist (NZ vom 12. Juli 2011). Nachzulesen ist dort etwa die Kritik des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), dass der Radverkehr nicht in dem Maße finanziell unterstützt wird, wie es seinem Anteil am Verkehrsaufkommen entspricht.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Weser-Kurier am 17. Juli 2011 meldet, das Land Bremen wolle ein „Programm für mehr Radverkehr“ auf den Weg bringen. Unterzeile: „Land will bessere Bedingungen schaffen“. Selbstverständlich ist im WK-Text nur von der Stadt Bremen und nicht von Bremerhaven die Rede, obwohl es sich um ein Landesprogramm handelt. Wo ist der Protest der Nordsee-Zeitung, die sonst bei jeder Bremerhavener Kleinkram-Benachteiligung Alarm schreit?

Das Land Berlin plant übrigens ähnliche Initiativen für den Fußgängerverkehr. Sein Anteil an allen zurückgelegten Wegen in der Stadt sei etwa genau so groß wie der des Autoverkehrs, erläutert der Berliner Chefverkehrsplaner und zählt den Fußgängerverkehr zu den „am stärksten unterbewerteten Verkehrsarten“.

Im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen in Bremerhaven (Entwurf) heißt es zur Verkehrspolitik: „Die Verkehrspolitik wird von den Koalitionären mit einem umfassenden nachhaltigen Verkehrskonzept neu aufgestellt, das auch das Thema Klimastadt berücksichtigt.“ Und: „Für das gesamte Stadtgebiet soll ein Verkehrskonzept erstellt werden, das alle Verkehre gleichberechtigt erfasst. Ziel unserer zukünftigen Verkehrspolitik ist dabei eine Verkehrsreduzierung und Verbesserung der Situation für Anwohner und schwachen Verkehrsteilnehmer.“ Und: „Wir verfolgen die Vision, 2015 „Fahrrad-Stadt“ zu sein.

Dass die Nordsee-Zeitung solche gedanklichen Ansätzen bisher besonders positiv und konstruktiv begleitet hätte, wird wohl niemand behaupten. Da wirkt noch das verkehrspolitische Gedankengut der 70er Jahre nach…

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