Bremerhaven: Merkwürdiges Absinken der Kinderzahl in “Hartz-IV-Statistik” – Bremer Institut BIAJ macht auf Unregelmäßigkeit aufmerksam…

24. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Statistiken liefern immer wieder interessanten Stoff für die Beurteilung gesellschaftlicher Entwicklungen. Die unglaubliche Kette der Tricksereien bei der Arbeitslosenstatistik ist nur ein (wenn auch gigantisches!) Beispiel dafür.

Zugegeben: Manchmal lassen sich die Tricksereien kaum richtig aufklären, weil beispielsweise durch Veränderung von Kriterien die Vergleichbarkeit nicht mehr vorhanden ist. Gleichwohl bleiben Hinweise auf Auffälligkeiten und Merkwürdigkeiten wichtig, weil sie die Aufmerksamkeit schärfen.

So bleibt abzuwarten, was hinter dem jüngsten Hinweis des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufsbildung (BIAJ) auf eine Spezialität der Bremerhavener “Hartz-IV-Statistik” tatsächlich steckt.

Dem BIAJ fiel in der Statistik von SGB-II-Bedarfsgemeinschaften (so die korrekte Bezeichnung) auf, dass “in keiner anderen kreisfreien Stadt und auch in keinem Landkreis … die Zahl der Personen pro Bedarfsgemeinschaft (in der Grundsicherungsstatistik) so stark verringert wurde wie in Bremerhaven”. Die BIAJ-Analyse einschließlich Statistiken >>>kann hier angeklickt werden.

Aus dem BIAJ-Dokument: “In der Stadt Bremerhaven sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich (Oktober 2010 – Oktober 2011) um 2,3 Prozent, die Zahl der in diesen Bedarfsgemeinschaften lebenden erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 4,4 Prozent und die der nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, vorwiegend Kinder, um 16,8 Prozent.”

Durch dieses weit überdurchschnittliche „Verschwinden von Kindern“ aus den Bremerhavener SGB II-Bedarfsgemeinschaften sei die durchschnittliche Größe der Bedarfsgemeinschaften in der Stadt Bremerhaven stark gesenkt worden.

Die Folge: Rechnerisch stiegen so die durchschnittlichen Geldleistungen pro Leistungsempfänger in Bremerhaven deutlich an.

Die Frage des Bremer Instituts: “Wie erklärt sich die auffällige Verkleinerung der Bedarfsgemeinschaften und das Verschwinden von Kindern aus den Bedarfsgemeinschaften in der Stadt Bremerhaven?”

Und ich frage noch: Wer könnte von solchen Veränderungen in der Statistik einen Vorteil gehabt haben?


EU-Politik befördert Verelendung der kleinen Leute in Griechenland, während die Millionäre geschont werden – Erläuterungen des Experten Joachim Jahnke…

23. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Der Wirtschafts- und Bankenexperte Joachim Jahnke betreibt seit längerer Zeit die von mir bereits mehrfach mit Nachdruck empfohlene >>>Webseite “Informationsportal Deutschland & Globalisierung”.

In einem Rundbrief vom 23. Februar 2012 schreibt Jahnke über die EU-Politik gegenüber Griechenland: “Statt sich das Geld für die Sanierung des (griechischen) Staatshaushalts wenigstens teilweise bei den zahlreichen reichen Griechen zu holen und das in die Schweiz, nach Großbritannien, Deutschland und sonst wohin >>>steuergeflüchtete Kapital zu verfolgen, werden in Griechenland auf Druck der Gläubiger die Arbeitseinkommen und Renten abgesenkt.

Dabei hat laut Jahnke das oberste Fünftel der griechischen Gesellschaft ein fast sechsmal höheres Einkommen als das unterste Fünftel (in Deutschland sind es 4,5-mal so viel) – eine Situation, die nur noch von Spanien übertroffen werde.

Jahnke weiter: “Selbst die amtlich berechneten griechischen Steuerrückstände bewegen sich in der Größenordnung von ca. 41 Milliarden Euro. Davon sind 90 Prozent bei 6.500 Einzelpersonen und 8.200 Firmen zu finden.”

Insbesondere wegen dieser nicht eingetriebenen Steuern müssten in Griechenland “wieder einmal die kleinen Leute für das Sparprogramm bluten”. Die griechischen Arbeitnehmer hätten sich zwar von einem relativ niedrigen Niveau ausgehend zwischen den Jahren 2000 und 2010 Lohnsteigerungen von erstaunlichen 38,2 Prozent erkämpft. Diese seien aber durch die Inflation in Höhe von 39,8 Prozent mehr als aufgefressen worden.

Jahnke ist überzeugt, dass alle diese Opfer umsonst sein werden: “Das Sparprogramm drückt auf die öffentliche und private Nachfrage und lässt die griechische Wirtschaft in den Keller gehen und zugleich die Arbeitslosigkeit explodieren. Die Folge sind weniger Steuereinnahmen und ein höheres Staatsdefizit bei einer absaufenden Wirtschaftsleistung, an der gemessen dann die Verschuldungsquote weiter ansteigt.”

Die jetzt von den EU-Regierungen bewilligten weiteren 130 Milliarden Euro werden laut Jahnke zum großen Teil unmittelbar den Spekulanten in griechischen Staatsanleihen zugute kommen.

In den aktuellen Daten zur wirtschaftlichen Lage in Griechenland kann Jahnke keinerlei Lichtblick erkennen: “Die Kurven zeigen überzeugend, wie aussichtslos die griechische Wirtschaft abschmiert… Seit 2008 ist die Industrieproduktion um ein Viertel eingebrochen. Ausrüstungsinvestitionen in die Zukunft des Landes fielen um 40 Prozent. Die Arbeitslosenquote explodierte im selben Zeitraum von 8 Prozent auf 21 Prozent, bei Jugendlichen unter 25 Jahren sogar auf 48 Prozent.”


Bremerhaven: Magistratspressesprecher erstaunlicherweise nicht ausgelastet – Arbeit als freier Journalist wird nebenbei fortgesetzt…

21. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich: Der Pressesprecher des Magistrats der Seestadt Bremerhaven schreibt parallel zu seinem Job weiter für Zeitungen in der Region, beispielsweise für den Weser-Kurier, wie mir zufällig bei einem Blick in die Ausgabe vom 17. Februar 2012 aufgefallen ist.

Zwar verfasste der rührige Pressesprecher auch eine >>>Pressemitteilung des Magistrats zum selben Thema, aber dieser Text fiel nur kurz aus und stellte journalistisch erkennbar keine besondere Herausforderung dar.

Wenn es nun in Bremerhaven keine freien Journalisten gäbe und daher eine halbwegs ordnungsgemäße Berichterstattung in der Region nicht mehr gewährleistet wäre, dann müssten Notmaßnahmen wie diese hingenommen werden.

Davon kann aber wahrlich keine Rede sein.

Folglich stelle ich zwei schlichte Fragen: Wird ein Magistratspressesprecher in Bremerhaven so schlecht entlohnt, dass er auf zusätzliche Einnahmen angewiesen ist? Oder ist er einfach nur in seinem Pressesprecher-Job nicht ausgelastet und muss seine alltägliche Langeweile durch andere Betätigungen vertreiben?

Aber möglicherweise war der WK-Artikel nur eine Ausnahme, und alle Spekulationen sind überflüssig. Vielleicht hatte der Pressesprecher einen längeren Text zum Thema geschrieben und musste feststellen, dass dieser Text nicht als Pressemitteilung verwendet werden konnte oder sollte.

Und ehe ein Mensch ein Arbeitsergebnis einfach nur löscht, fand er zufällig einen Ausweg…


Ganz neue Töne op Plattdüütsch mit der Bremer Gruppe “blau:”…

19. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Wenn Ji maal Musik op Platt hören wüllt, de ‘n beten wat anners klingen deit, as wi dat normaal mitkriegen doot, denn köönt Ji to’n Bispill tolüüstern bi de beiden Lüüd vun “blau:”.

Werner Willms un Günter Orendi präsentierten ihre neue CD “güntsied” in einem schönen Konzert mit zahlreichen musikalischen Gästen am Sonnabend, dem 18. Februar 2012, im Bürgerhaus Weserterrassen in Bremen. 

De beiden plattdüütschen Musikmokers ruckelt de plattdüütsche Musik rin in de Musikwelten vun uuse Daag. Na mien Meenen kann ‘n sik düsse “Weltmusik op Platt”, as se dat nöömt, goot maal anhören. Werner Willms mit sien Slidegitarr un Günther Orendi to’n Bispill mit sien Sousaphon (he speelt ook noch annere Instrumenten) sünd ‘n Vergnögen.

Wenn Ji nich glieks wat köpen wüllt, denn köönt Ji eerst maal över dat Internet lüüstern – to’n Bispill döör dat >>>Klicken an düsse Stee. Wenn Ji nich bloots wat hören, man ook noch ‘n paar Biller sehen wüllt, >>>denn klickt Ji an besten hier.

De beiden “blau:”-Lüüd hebbt ook >>>‘n eegen Websiet.


Der von SPD und Grünen einst erzeugte Niedriglohnsektor soll nun wieder etwas eingehegt werden…

9. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Am 28. Januar 2005 soll der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) unter Verweis auf die Hartz-IV-Gesetzgebung geprahlt haben: “Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.”

So steht es jedenfalls auf der Webseite des >>>“Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe” (BIAJ), und ich sehe gegenwärtig keinen Grund, an der Korrektheit des Zitats zu zweifeln. Der Institutsleiter Paul M. Schröder bezeichnet vor diesem Hintergrund die aktuellen Bremer Aktivitäten zur Festsetzung eines Mindestlohns als “vorbildliche Inszenierung” zum zehnten Jahrestag der Hartz-IV-Gesetzgebung.

Laut Schröder steht der Dringlichkeitsantrag des bremischen Rot-Grün nämlich haarscharf an dem Tag auf der Tagesordnung, an dem vor zehn Jahren durch Bundes-Rot-Grün die sogenannte “Hartz-Kommission” eingesetzt wurde.

Genau beobachtete Jahrestage sagen gelegentlich eine Menge über die politischen Winde und Windungen in einer Demokratie, die in atemberaubender Geschwindigkeit durch mächtige Akteure zur bloßen Kulisse degradiert werden soll…


Bremerhavener Klimapolitik: Nordsee-Zeitung liefert eindrucksvoll nichtssagende Berichterstattung…

7. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Mit einem gnadenlos auf den Informations-Nullpunkt gebrachten Text beeindruckt die Nordsee-Zeitung (NZ) in ihrer Ausgabe vom 7. Februar 2012 ihre Leserschaft.

Wer schon immer mal wissen wollte, was es mit der Bremerhavener Beteiligung am >>>European Energy Award auf sich hat, der findet in der NZ keinerlei Antwort.

* Nichts Brauchbares über den Charakter dieses Zertifizierungsprozesses, der in Bremerhaven bereits seit 2005 läuft.

*Nichts über das Scheitern beim Klimaschutz-Zertifikat im Jahre 2008.

* Nichts über die angewandten Kriterien und nichts über die erreichte Punktzahl beim jetzigen Anlauf.

Das ist für eine Lokalzeitung erstaunlich viel Nichts, scheint sich aber bei der Nordsee-Zeitung als interessantes Konzept immer weiter in den Vordergrund zu drängen.

Schon ein Blick auf die Informationen auf der >>>allgemein zugänglichen Seite von Bremerhaven.de hätten dem NZ-Autor gedanklich ein wenig auf die Sprünge helfen können. Da findet sich beispielsweise der “Masterplan aktive Klimapolitik in Bremerhaven” mit seiner Fortschreibung von Maßnahmen.

Bei der Stadtverwaltung erhältlich ist der ausführliche Audit-Bericht zum European Energy Award, aus dem interessante Details herauszulesen sind.

Nur ein paar Beispiele:

* Nachdem Bremerhaven im ersten Anlauf 2008 mit nur 42 Prozent der möglichen Punkte unter der entscheidenden 50-Prozent-Hürde geblieben war, konnten jetzt immerhin (nach einer Modifizierung) 61 Prozent erreicht werden. Das ist im Kreis der aktuell teilnehmenden 221 Städte und Gemeinden wenig glanzvoll für die “Klimastadt Bremerhaven” (!), >>>aber immerhin Mittelfeld.

* “Großes Verbesserungspotential” mahnt der Bericht beispielsweise für die Flächennutzungsplanung an. Darin seien u.a. “klimarelevante Maßnahmen” bei der Vernetzung von Grünflächen und bei der Planung von Rad- und Fußwegen nicht verankert worden. Man erinnere sich: Diese Chance wurde vor nicht allzu langer Zeit vertan.

* In der Verkehrspolitik fehlt ein Gesamtkonzept, macht der Bericht deutlich. Was dort übrigens überhaupt nicht angesprochen wird, ist das Kuriosum, dass sich die “Klimastadt Bremerhaven” mit großer Energie für einen Autobahn-Neubau ins Zeug legt...

Ich breche die Analyse hier erst einmal ab.

Vielleicht besinnt sich die Nordsee-Zeitung ja doch noch auf ihre Informationspflichten und liefert eine Analyse zum Ergebnis des Zertifizierungsverfahrens zum European Energy Award…

 


“Scharmbecker Speeldeel” in Höchstform mit plattdeutscher Inszenierung: Daniel Glattauers “Goot gegen Nordwind”…

6. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Wer zwischendurch Lust hat auf plattdeutsches Theater auf der Höhe der Zeit, sollte sich fix auf den Weg nach Osterholz-Scharmbeck machen. Dort läuft zur Zeit eine großartige Inszenierung mit zwei wundervollen Schauspielern (Elske Burkert und Carsten Mehrtens).

Daniel Glattauers Stück “Goot gegen Nordwind” wurde von Dominik von Gunten einfallsreich und einfühlsam inszeniert und dreht sich um die seelischen Verwirrungen, die durch eine fehlerhaft adressierte e-Mail ausgelöst werden. Sehr unterhaltsam und phantasieanregend.

Aufgeführt wird das Stück auf “Gut Sandbeck” in Osterholz-Scharmbeck, und zwar an folgenden Tagen im Februar – vom 9. bis 12. Februar, vom 14. bis 19. Februar und zuletzt am 21. und 22. Februar.

Beginn der Aufführungen ist in der Regel 20 Uhr. Ausnahmen am 12. Februar (16 Uhr) und am 19. Februar (19 Uhr).

Weitere Informationen gibt es auf der >>>Webseite der Scharmbecker Speeldeel. Karten können >>>online gebucht werden sowie unter der Telefonnummer 04791-17317.


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Privatisierung des Spadener Sees bei Bremerhaven bleibt ein Skandal…

6. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Die >>> brutale Absperrung des jahrzehntelang genutzten Bremerhavener Ausflugsgebiets am Spadener See in Folge der Privatisierung bleibt ein Ärgernis ersten Ranges.

Im Sommer herrschte an den sonst dicht bevölkerten Stränden gähnende Leere. Jetzt in winterlichen Zeiten lockt der Spadener See zum Spazierengehen mit herrlichen Aussichten.

Diese Blicke bleiben jedoch den meisten Spaziergängern verschlossen, weil der immer noch ausgeschilderte Rundweg um den See auch im Winter nicht mehr zugänglich ist.

Was passiert also? Die Leute pilgern in Scharen auf den asphaltierten Straßen am Rande des Seengebiets, damit sie wenigstens ab und zu mal durch die Gebüsche spähen können.

Und wer meint, dass die jahrelange Vernachlässigung der ohnehin schon ramponierten Baulichkeiten ohne Folgen bleiben, der irrt sich, wie das folgende Bild sehr anschaulich vor Augen führt.

Bleibt zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen alle Hebel in Bewegung setzen, um die Abschottung des Sees durch die Privatisierung wieder rückgängig zu machen.

Weitere Informationen über die Privatisierung des Spadener Sees sind >>>hier und >>>hier und >>>hier und >>>hier nachzulesen.


Stadttheater Bremerhaven mit einfallsloser, aber hörenswerter Inszenierung von “La Traviata”…

4. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – In welchem Maße Theater stets ein abenteuerliches Unterfangen bleibt, lässt sich in allen Theatern der Welt beobachten, so auch in Bremerhaven. Im Vergleich zu eindrucksvollen Inszenierungen wie jüngst von Goethes “Faust” war ich von “La Traviata” enttäuscht, auch wenn die Musik und deren Gestaltung für manches entschädigte.

Insbesondere die Personenführung (mit gelegentlich unfreiwilliger Komik in völligem Gegensatz zur Dramatik der Handlung) hat mich mehrfach ächzen lassen. Warum muss jede Gemütsregung dick aufgeschminkt werden? Warum muss jemand endlos zappeln, wenn er traurig ist? Wie viele hohle Gesten mit und ohne Messer (oder Gartenschere?) blieben durch die Regie unbearbeitet? Wie kann man einen Menschen im Angesicht seiner todkranken Geliebten so dämlich herumtänzeln lassen? Und so weiter…

Selbst der sonst so selbstbewusst und beweglich agierende Chor wirkte wie ausgebremst und fast erstarrt.

Und auch das Bühnenbild empfand ich als peinlich, beispielsweise in der Landhausszene mit den Dartpfeil-Sonnenblumen und dem flimmerig gemalten blauen Himmel, an den sich die Personen in ihrer Verzweiflung anlehnen konnten.

Die junge Sängerin Yitian Luan als Violetta ist nicht nur ausgesprochen hübsch, sondern hat mich (nach anfänglichem Zaudern wegen einiger von mir als leblos empfundenen Arien) am Ende auch mit ihren stimmlichen Qualitäten überzeugt. Sehr eindrucksvoll in den leisen Tönen. Von ihr dürfte noch manches zu hören und zu sehen sein, stelle ich einfach mal keck fest.

Festzuhalten bleibt allerdings, dass es den meisten anderen Zuschauern ganz offensichtlich gut gefallen hat, auch wenn von wirklicher Begeisterung sicher keine Rede sein kann. Und das ist doch auch etwas.

Schließlich kann das Bremerhavener Theater nicht nur auf mein persönliches Wohlgefallen und meine Nörgeligkeiten Rücksicht nehmen.


NDR-Medienmagazin “Zapp” warnt vor offensichtlich betrügerischer Masche beim Magazin “Landspiegel”…

2. Februar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Man erwartet es in heutigen Deregulierungszeiten kaum noch anders und darf leider viel zu oft sicher sein, dass manche Unternehmen dreist die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausplündern.

Und trotzdem hofft der Mensch bis zum Schluss…

Das NDR-Medienmagazin “Zapp” führt in seiner >>>Ausgabe vom 1. Februar 2012 vor, dass selbst solche in Mode gekommenen Magazine wie “Landspiegel” durch gekonnte Jonglage mit Firmengründungen und Firmenpleiten offensichtlich betrügerisch mit ihren Autorinnen und Autoren umgehen.

Man möge dies bei seinen Konsumgewohnheiten mehr und mehr beachten, meine ich.

Und noch etwas: Interessant ist in der aktuellen Zapp-Ausgabe auch ein Beitrag über den ebenso offensichtlich betrügerischen Umgang der deutschen Kultusminister mit den Daten der Pisa-Untersuchungen. Interessenten sollten >>>an dieser Stelle einfach mal klicken.


Jahrzehntelange gezielte Blindheit kennzeichnet die deutsche Politik im Umgang mit dem Rechtsextremismus – Interessantes von “Zapp” und Schorlau…

26. Januar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Wer das Trauerspiel des deutschen Umgangs mit dem Rechtsextremismus verfolgt hat, findet im >>>NDR-Medienmagazin “Zapp” vom 25. Januar 2012 eine interessante weitere Facette.

Dort wird eine ehrgeizige konservative Familienministerin vorgestellt, deren Interesse an der Bekämpfung des Rechtsextremismus offensichtlich nur aus den aktuell damit verbundenen Karriere-Chancen erwächst.

Die unglaubliche Mordserie der sogenannten “Zwickauer Zelle” lässt sich wohl doch nicht mehr so einfach unter den vom Verfassungsschutz großzügig rechtsgestrickten Teppich kehren…

Wer etwas mehr über den tatsächlichen Umgang mit dem Rechtsextremismus in den vergangenen Jahrzehnte erfahren will, dem sei Wolfgang Schorlaus Buch “Das München-Komplott” mit Nachdruck empfohlen.

Es beleuchtet die Hintergründe des blutigen Anschlags auf das Münchener Oktoberfest am 26. September 1980. Das Buch ist leicht und spannend zu lesen, und es rückt noch einmal eine rabenschwarze Seite unserer politischen Alltäglichkeiten in den Blick.

Auf der >>>Webseite des Autors Wolfgang Schorlau gibt es außer den Hinweisen auf seine Bücher und den Leseproben auch eine Menge zusätzlicher Materialien zu den jeweils behandelten Problemen. Das gilt auch für das Münchener Attentat.


Nordsee-Zeitung befeuert neuartigen “Gewerkschaftskrieg” – Interessante Art der Dienstleistung…

23. Januar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Mit dem Befeuern eines eigenartigen “Gewerkschaftskriegs” greift die Nordsee-Zeitung gegenwärtig kleineren Gewerkschaften kräftig unter die Arme, die sich als Mini-Konkurrenten zur großen Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di profilieren möchten.

Hier geht es um die Förderung der >>>“Komba” unter den Fittichen des Deutschen Beamtenbunds, zuvor war die Förderung der kleinen “Fachgewerkschaft deutsche Seehäfen” namens >>>“contterm” an der Reihe.

Nordsee-Zeitung vom 23. Februar 2012

Die Nordsee-Zeitung haut sich auf diese Weise für eine kleine Gewerkschaft im konservativen Deutschen Beamtenbund in die Bresche, die aktuell leicht  erkennbar mit einer “Haudruff-Strategie” neue Mitglieder werben und als Konkurrenz zu Ver.di Flagge zeigen möchte.

Das passt dem bekannten konservativen NZ-Haudruff ebenso leicht erkennbar in den Kram, und er darf den Unsinn vom “Gewerkschaftskrieg” sogar auf Seite 1 der Nordsee-Zeitung in die Welt trompeten.

Wenn nun aber jegliche Konkurrenz zum Krieg erklärt wird, dann dürfen wir gespannt sein, wann der NZ-Haudruff beispielsweise auch noch über einen Bremerhavener “Pressekrieg” berichtet. Schließlich bemüht sich doch auch der Weser-Kurier aktuell darum, in Konkurrenz zur Nordsee-Zeitung mehr Leserinnen und Leser in Bremerhaven zu bekommen.

Na klar, der Weser-Kurier hat in Bremerhaven eine sehr viel kleinere Leserschaft als die Nordsee-Zeitung. Aber das ist schließlich bei der Komba im Vergleich zu Ver.di auch nicht viel anders – und trotzdem lässt die NZ munter die Kriegsmetaphernfahne im Winde flattern…

Das Lokal-Kriegerische scheint der Nordsee-Zeitung ohnehin ganz besonders am Herzen zu liegen – der “Krieg der Welten” wird ja auch noch ausgefochten…

Noch eine Anmerkung: “Der Spiegel” erwähnte in der Online-Ausgabe vom 4. August 2008 eine Einschätzung der seinerzeit schon wachsenden Gewerkschafts-Vielfalt. “Auch für die Arbeitnehmer sind die neuen Mini-Gewerkschaften nicht unbedingt ein Segen”, stellte der “Spiegel” fest und zitierte den Hamburger Arbeitsrechtler Ulrich Zachert mit der Bemerkung “Wenn jede Beschäftigtengruppe für sich kämpft und Solidarität kaum noch eine Rolle spielt, haben die Schwachen automatisch das Nachsehen.”

Ob der konservativen Redaktion der Nordsee-Zeitung eine solche konservative Aufsplitterungsstrategie bei den Gewerkschaften tatsächlich so sehr am Herzen liegt?


Werbung im redaktionellen Teil und hohe Gebühren für Teilnahme an Telefonaktion – Auch für die Nordsee-Zeitung scheint so etwas verlockend zu sein…

20. Januar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Auf der Suche nach zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten sind die Zeitungsverlage oft nicht zimperlich.

Da werden beispielsweise Postdienste zu Billigtarifen angeboten. Da wird klammheimlich bezahlte Werbung im redaktionellen Teil gemacht, übrigens auch im Internet, wie das >>>NDR-Medienmagazin “Zapp” am 18. Januar 2012 berichtete.

Und da gibt es Telefonaktionen, die über die verlangten Gebühren ein bisschen Geld in die klammen Kassen spülen sollen. Ein Beispiel fiel mir kürzlich in der Nordsee-Zeitung vom 19. Dezember 2011 auf, und das sieht so aus:

“Liegt an den Feiertagen Schnee?” lautete die Frage in der Überschrift des Artikels, und wer sich am “Gewinnspiel” mit Verlosung von drei (!) Familienkarten für das Klimahaus beteiligen wollte, musste telefonieren.

Der kleine Haken: Jeder Anruf kostete 50 Cent (!) bei Anrufen aus dem deutschen Festnetz. Das war der klein gedruckten Erläuterung zu entnehmen. Mobil konnte es noch teurer werden.

Nicht schlecht, finde ich.

Wenn dann noch die Klimahaus-Familienkarten wegen der Werbung für das Klimahaus im daneben stehenden redaktionellen Teil kostenlos bereitgestellt wurden, waren die Voraussetzungen für ein kleines verlegerisches Zusatzgeschäft ganz gut…


Saudi-Arabien: Hinrichtung einer Frau wegen Hexerei (!) stößt auf erstaunlich wenig Interesse in unserer Presse…

19. Januar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Wer etwa die empörte flankierende Berichterstattung während des westlichen Kriegseinsatzes gegen Libyen beobachtet hat (beispielsweise über die angebliche medikamentöse Anstachelung der Vergewaltigungslust libyscher Soldaten), müsste eigentlich staunen, wie wenig Gewese gemacht wird über die mittelalterlichen Zustände in der verbündeten absoluten Monarchie Saudi-Arabien.

Die Hinrichtung wegen Hexerei (!) fand in der deutschen und internationalen westlichen Presse meistens nur in der Kuriositäten-Abteilung ihren Platz. Die Enthauptung fand bereits am 12. Dezember 2011 statt. Der Text oben zeigt ein Beispiel aus der Nordsee-Zeitung vom 13. Dezember 2011.

Was völlig fehlt (ich habe bisher nirgendwo ein Gegenbeispiel gefunden), ist das Berücksichtigen dieser mittelalterlichen Zustände in Saudi-Arabien in der Berichterstattung über die sonst nachdrücklich eingeforderten moralischen Vorbedingungen für politische Zusammenarbeit usw.

Und im Falle Saudi-Arabien geht es nun wirklich um weitaus mehr als um bloße Zusammenarbeit auf irgendeinem niedrig angesetzten Nicht-Angriffs- oder Gesprächs-Niveau.

Daher wird die moralische Doppelzüngigkeit westlicher Politik gegenüber anderen Staaten an diesen Hexerei-Beispiel wieder einmal so schön deutlich.

Hinweis: Auf dem Bremerhavener Blog Juwi’s Welt findet sich ein lesenswerter Beitrag zu dieser Problematik, die deutsche Rüstungslieferungen an Saudi-Arabien bisher nicht einmal im Ansatz berührt…


Designlabor Bremerhaven auf beschämende Weise abgewickelt – Kommunalpolitik beobachtet das Ganze erstaunlich sprachlos…

17. Januar 2012

Seestadtpresse Bremerhaven – Die fast geräuschlose Abwicklung des bis zum Schluss stets hoch gelobten Designlabors ist ein Trauerspiel sondergleichen.

Jetzt legt sich überraschend noch einmal die Bremerhavener CDU für das Designlabor ins Zeug. Auch die Nordsee-Zeitung berichtete am 17. Januar 2012 darüber.

Ich skizziere die verdrehte Lage hier einmal, wie sie sich im Augenblick in meinem Kopf darstellt und hoffe auf Ergänzungen und Korrekturen.

Also: Da ist als wichtiger Akteur ein BIS-Chef-Ingenieur, der für die Designlabor-Kreativwirtschaftsaktivitäten keine besonders große Begeisterung aufbringen kann. Außerdem muss er um jeden Cent kämpfen, der seine mit hohen Kosten und geringen Einnahmen belastete BIS einigermaßen über Wasser halten kann.

Wenn solch ein Anführer die Chance hat, jährlich 250.000 Euro für seine BIS einzustecken, die zuvor ins Designlabor geflossen sind, dürfte er froh sein.

Der Bremer Senat hat diese Lage der BIS trickreich ausgenutzt, indem er das bisher aus Bremen finanzierte Designlabor unter die Fittiche eben dieser BIS zu schieben anbot. Die Reaktion war absehbar.

Die Bremerhavener Kommunalpolitiker hatten das Designlabor zwar stets unisono als kleines Bremerhavener Aushängeschild gelobt, aber der Sparzwang, der Sparzwang… Außerdem kann man eben nicht alles haben und so weiter. Damit sollte die Position der mehr oder weniger gestaltenden SPD mit ihrem grünen Anhang einigermaßen beschrieben sein.

Die CDU hat sich jetzt noch einmal zu einem Zwischenruf aufgerafft – ziemlich spät, wie anzumerken ist. Schließlich hat die >>>Nordsee-Zeitung nicht nur einmal über die skandalöse Abwicklung berichtet – auch wenn sich dort der journalistische Furor in Grenzen hielt. Vielleicht war die Energie zuvor schon etwas leichtfertig für eingängigere Kampagnen verpulvert worden.

Jetzt muss zwar für das schön hergerichtete Designlabor-Gebäude erst einmal noch Miete vom Senat gezahlt werden, aber die Stäwog wird schon kooperieren, zumal Mieter für die Räume in spektakulärer Lage nicht schwer zu finden sein dürften.

Etwas irritierend ist der bremische Gedanke, das bewährte Designlabor-Stipendiatenmodell zwar in Bremerhaven aufzugeben, aber in Bremen noch kostengünstiger als Dienstleistung für die Kreativwirtschaft fortzuführen.

Das Designlabor Bremerhaven sei etwas unglücklich zwischen die Stühle geraten, formulierte ein Senatssprecher kürzlich einmal. Politische Eiereien lassen sich immer auf sehr unterschiedliche Weisen banalfärben…